Wer hat nicht schon mit der Unsterblichkeit geliebäugelt? Ist mir auch klar, dass mein Leben endlich ist, bleibt die Einsicht doch unfassbar. Haben wir die Natur nicht hier und da schon überlistet, Grenzen verschoben und überschritten? Warum nicht auch die Sterblichkeit? Wenn sich das Leben verlängern lässt, warum nicht immer weiter? Weiterlesen
Archiv des Autors: Peter
Mangelhaftes
„Lehrlinge fehlen händeringend“, erzählte soeben ein Rundfunkjournalist, und nicht nur die, sondern auch Lehrende, medizinisches Personal, Pflegekräfte und so weiter und so weiter. Das Wort „Fachkräftemangel“ ist in aller Munde. Nein, in meinem nicht, denn tatsächlich Mangelhaftes sehe ich woanders. Weiterlesen
„60. Biennale die Venezia“ 4
NOCHMAL IM ARSENAL
„Everything Precious Is Fragil“ ist die Botschaft der Künstler:innen Chloé Quenum (geb. 1983), Moufouli Bello (geb. 1987), Ishola Akpo (geb. 1983) und Romuald Hazoumé (geb. 1962) aus dem wesatafrikanischen Benin. „Alles Kostbare ist zerbrechlich“ berührt mit den Themen Sklavenhandel, Amazonen, Gèlèdé-Philosophie und Vodun-Religion ihren Lebensraum. Das öffentliche Fest „Gèlèdé“ feiert mit farbenfrohen Masken und rituellem Tanz die spirituelle Kraft der Mütter. Das Motiv der Amazonen erinnert an die militärische Rolle der Frauen im Königreich Dahomey. Die Vodun-Kosmologie dreht sich um Geister und Elemente des Göttlichen, die die Erde regieren. Weiterlesen
„60. Biennale di Venezia“ 3
IMPULSE
Den Gang durch Arsenal, die ehemalige Schiffswerft von Venedig, beginne ich in der Corderie. Erbaut im 14. Jahrhundert als Seilerei, beherbert das Gebäude nun den zweiten Teil der Hauptausstellung. Am Eingang empfängt mich der „Refugee Astronaut VIII“, eine Skulptur des Britsch-Nigerianers Yinka Shonibare (geb. 1962). Der Künstler selbst sieht sich als einen „postkolonialen Hybriden“. Der Weltraum ist für ihn, ähnlich der Perspektive von Yael Bartana im deutschen Pavillon, ein möglicher Zufluchtsort für die Menschheit. „Flüchtlingsastronaut VIII“ ist eine Schaufensterpuppe aus Fiberglas, schutzlos in wachsbedruckten Baumwollstoff gehüllt. In einem Netz schleppt er auf seinem Rücken recht irdische Utensilien. Wo will er damit hin? In den Weltraum? Nicht sein Ernst? Im Kunstraum ist er schon. Eben angekommen? Aus Absurdistan? Weiterlesen
„60. Biennale di Venezia“ 2
WELTBILDER – BILDERWELT
Auf der Biennale gibt es nicht nur den italienischen Beitrag, sondern auch einen der Stadt Venedig. Dafür überquere ich das Flüsschen Rio Dei Giardini und sehe unter der Überschrift „Inländischer Sextant“ Werke von Pietro Ruffo, Safet Zec und Vittorio Marella, ergänzt von Künstler:innen der „Akademie der Schönen Künste Venedig“. Zusammengehalten wird das von Versen des Dichters Franco Arminio (geb. 1960):
Wir brauchen / einen Ort: Er braucht / eine Hand, / ein Haus, ein Lächeln, / etwas, das wir zu einem Umkreis machen können // Weiterlesen