Hervorgehoben

„Arbeit ist in Deutschland so teuer, weil Reichsein in Deutschland so billig ist.“

Sagt der Politmann Kevin Kühnert (geb. 1989) in einer TV-Talkshow

Dass wir uns nicht gewachsen sind, ist noch kein Drama. Ein Drama ist es erst, wenn wir es bemerken.  

Lange hat mich das Wort ‚enttäuschen‘ verwirrt. Wieso soll ich unzufrieden und bekümmert sein, wenn mich die Wirklichkeit ent-täuscht, also jemand oder etwas mich heraus aus einem Irrweg oder Denkfehler holt? Jetzt wird mir klar, dass das durchaus nicht erfreulich sein muss. Häufig bin ich mit einer Täuschung und Selbsttäuschung sehr zufrieden, nämlich dann, wenn sie mir über schwierige Momente hinweghilft oder schnell den Anschein einer Lösung erweckt und etwas verdrängt, von dem ich schon weiß, dass es mich beunruhigt und mir zu schaffen machen wird. Da muss mir Enttäuschung doch wie ein böses Erwachen erscheinen, das ich lieber noch hinausschiebe. Wer weiß denn, wann und ob es mir wieder so wohl ist wie soeben: ge-täuscht. 

Warum verlässt du mich, fragt der Kopf den Körper. Warum fragt das der Körper nie den Kopf? Weil der Kopf, solange er funktioniert, schon genug Unheil anrichtet?

SPRACHE

1

In Deutschland – in andere Länder fehlt mir der Einblick, um es verallgemeinern zu können – dient die Sprache der Politik und Berichterstattung vor allem dazu, Wahrnehmungen, aus denen unsere Weltbilder entstehen, zu vernebeln, als sie für ein besseres Verständnis von Zusammenhängen zu gebrauchen und ein Handeln vorzubereiten, das hilfreich ist und der Rede wert.

2

Meine Sprache sei eine feine Sprache, sei dafür da, offen und genau zu sagen, was und wie ich mich und in der Welt befinde und wofür – für Einsichten und Erwiderungen, um Neugier zu wecken und Vertrauen zu bilden.