Kein Ruf nach …

… Thomas Rosenlöcher, einem guten Dichter, der kein Freund war aber eine Zeit lang ein wichtiger Weggefährte. Gestern ist er in Kreischa, nahe seiner Heimatstadt Dresden, „nach schwerer Krankheit“, wie Hörfunk und Presse heute vermelden, gestorben. Maßgeblich ist das für mich nicht. Weiterlesen

Putin muss weg

Und dann? Ist die Welt dann eine andere? Wird die Zukunft ohne Putin friedvoller sein? Gehen wir dann besser miteinander um? Nach dem Verschwinden welcher Kriegsverbrecher, Mörderinnen, Folterknechte, Schänderinnen wäre das schon einmal so gewesen? Weiterlesen

das Buch “Tschudi”

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Hingerissen wie von „Tschudi“ war ich seit dem grandiosen Roman „Der Meister und Margarita“ nicht mehr. Darin lässt Michail Bulgakow den Teufel im Moskau der 1930er Jahre erscheinen, um im jugendlichen Sowjetstaat dem sogenannten Neuen Menschen auf den Zahn zu fühlen. Sollte er das Böse tatsächlich vom Sockel stürzen oder gar aus der Welt schaffen können? Mitnichten, wie sehr schnell sehr deutlich wird. 1976 las ich den Roman ein erstes Mal und erfuhr, dass Marianne Faithfull ihn anno 1968 Mick Jagger auf den Nachttisch geschoben und ihn so zu „Sympathy for the Devil“ inspiriert haben soll, für mich bis heute der spektakulärste Song der „Rolling Stones“.

Den Roman „Tschudi“ legte mir im Frühjahr 2021 eine inspirative Freundin nahe. Leihweise wanderte er in einem schwarzen Stoffbeutel mit rotem Aufdruck, wie sie der französisch-deutsche Kultursender arte auf Buchmessen verteilt, von Dresden in mein Leipziger Oberstübchen und weitete es im Nu in eine intensive Nachempfindung aus, wie sie die „Star Trek“-Astronauten auf dem Holodeck des Raumschiffes Enterprise erleben. Weiterlesen

putin – putin – putain – Путин

Im Rumänischen ist ‚putin‘ ein Unbestimmtes Zahlwort und heißt soviel wie ‚ein kleines bisschen‘. Vom Rumänischen ins Französische übertragen, wird aus dem ‚kleinen bisschen‘ das Kraftwort ‚verdammt‘. Beides scheint in die deutsche Redewendung ‚verdammt wenig‘ eingegangen zu sein. Quetscht sich ein ‚a‘ in dieses ‚putin‘, wird putain‘ daraus und – wieder im Französischen – das Schimpfwort ‚Dirne‘ oder ‚Hure‘. Den russischen Namen ‚Путин‘ bringt die Forschung mit ‚путат‘ in Verbindung, was ‚verwirren‘ oder ‚Fesseln anlegen‘ bedeutet. Weiterlesen

das Fragezeichen

Wertschätzung des Individuum ist die gegenwärtig in der Welt einflussreichste systemische Idee, entstanden in der Zeit der Aufklärung, damals schon sorgfältig hierarchisch gestaffelt. Existenziell notwendig für den Fortbestand der Menschheit ist allerdings eine andere, nämlich die Idee eines unverzüglichen Systemwandels hin zu eigenverantwortlichen Gemeinschaften Gleicher.

Das Wissen darum ist heute – während seit einigen Tagen wieder einmal ein trivialer Eroberungskrieg die Welt verstört, während eine weltweite Pandemie noch lange nicht und schon gar nicht endgültig überwunden ist, während seit gestern ein neuer Weltklimabericht alarmiert, dass inzwischen mehr als 3,3 Milliarden Menschen „in hohem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind“ und während genau heute vor 50 Jahren die erste vom “Club of Rome” beauftragte Studie “Grenzen des Wachstums” erschien – kein bisschen ausreichender für ein entsprechendes Handeln, als zu jeder anderen Zeit.

Weil wir sind, wie wir sind. Wie wir immer schon waren. Wie wir im Grunde sein und bleiben wollen?

Fragwürdig an diesen Sätzen ist für mich allein das Fragezeichen.