„Haus der Wannsee-Konferenz“ heißt heute die luxuriöse Villa des Pharmafabrikanten Ernst Marlier, vor dessen Mixturen im Jahr 1907 das Berliner Polizeipräsidium warnte, weil sie „nicht diejenigen Eigenschaften besitzen, die ihnen in den Anpreisungen zugeschrieben werden“. Dessen ungeachtet verhalf die reichsdeutsche Kundschaft dem Quacksalber zu einem 30 000 Quadratmeter großen Grundstück am Berliner Wannseeufer. Fortgesetzter krimineller Machenschaften überführt und verurteilt, sah er sich allerdings gezwungen, das Anwesen wieder zu veräußern. Weiterlesen
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zwei überraschende Gedichte
Einen gesellschaftlichen Diskurs anhand von Gedichten gab es in diesem Land lange nicht mehr. In einer verflachenden Sprache hielt ich ihn sogar für ausgeschlossen, und nun wagte es einer der wenigen noch verbliebenen Wortmeister, zwei Gedichte am obrigkeitsbeflissenen Mainstream vorbei ins Tagesgeschehen zu lancieren. Was für eine Überraschung! Weiterlesen
Schwachstelle
Unter der Überschrift „Weiteres Kaufhaus für sozial Schwache“ gibt die Leipziger Volkszeitung vom 13.10.2012 die Neueröffnung eines zweiten „Sozialkaufhauses“ in Leipzig bekannt. „Im August konnten wir die Räume von einem sehr entgegenkommenden Vermieter mieten, haben dann mit viel eigener personeller und gewiss auch finanzieller Kraft das Ganze für unsere Zwecke hergerichtet“, sagt der Geschäftsführer eines Vereins „Leipziger Resozialisierungshilfe“. Auf über tausend Quadratmetern werden Spielwaren, Baby- und Kinderbekleidung, Möbel und Haushaltsartikel angeboten, „teils Auktionsware, teils Artikel zweiter Wahl“. Weiterlesen
„Mittlere Reife“
Gesetze und Verordnungen, die Arbeit und Soziales regeln sollen, befördern in diesem Land die Zweiklassen-Gesellschaft. Wie sie entsteht, zeigt der Film „Mittlere Reife“ von Martin Enlen nach einem Drehbuch von Ariela Bogenberger an den fünf Jugendlichen Isabel, Kati, Tim, Andreas und Alexander, denen ein Schulverweis ohne Bildungsabschluss droht. Weiterlesen