Hochfrequenzhandel

Hedgefonds, Pensionsfonds und Investmentfonds, die nach wie vor ihr globales Unwesen treiben, bedienen sich jetzt automatisierter Verfahren. Sie füttern ihre Großrechner mit Algorithmen, die selbständig Kauf- und Verkaufssignale aussenden und Finanztransaktionen tätigen. In Sekundenbruchteilen erkennen sie Kursgewinne, schöpfen sie ab oder minimieren Kursverluste, bevor die leibhaftigen Broker überhaupt reagieren können. Weiterlesen

„Es war einmal ein Wald“

Il était une forêt“ heißt ein französischer Dokumentarfilm nach einer Idee des Botanikers und Regenwaldforschers Francis Hallé. Verfilmt von Luc Jacquet, läuft er als „Das Geheimnis der Bäume“ zurzeit in den Programmkinos. Die Übersetzung des originalen Titels „Es war einmal ein Wald“ halte ich für treffender. Bäume sind noch kein Wald, noch nicht dieses in Jahrmillionen entstandene System, das sich die Zeit sichert, wie Mensch und Tiere den Raum. Weiterlesen

„Alphabet“

Die unbequeme Dokumentation „Alphabet“ des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer (geb. 1961) versuchen zum Beispiel die „Süddeutschen Neuesten Nachrichten“ und der Berliner „Tagesspiegel“ sofort herunterzuschreiben. Zukunft ist bei ihnen nur eine Frage der Zeit, während längst schon ihre Erreichbarkeit für uns in Frage steht. Weiterlesen

Never Say Anythink

Der Historiker Josef Foschepoth, geboren 1947 und seit 2005 Professor für Zeitgeschichte am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, hat vor einem Jahr dokumentiert, wie umfangreich die USA seit den Anfängen der Bundesrepublik ihre Kommunikation kontrolliert. Foschepoths Forschungen zeigen darüber hinaus, dass „die Bundesbürger bis 1989 von ihrem Staat systematisch bespitzelt wurden“ und trotz 2+4-Vertrag im vereinigten Deutschland „die National Security Agency der USA frei schalten und walten“ konnte. Weiterlesen

Elfstedentocht

Bei Griechen und Römern war Demut eine geringgeachtete Haltung der Unterwürfigkeit. Im christlichen Verständnis wurde sie eingedenk der Unvollkommenheit des Menschen im Gegensatz zu seinem vollkommenen Schöpfer zur Tugend. Immanuel Kant definierte sie als „Indikator für die eigentliche Würde des Menschen als eines freiheitlichen Vernunftwesens“. Für Friedrich Nietzsche war sie ein gefährliches Ideal, hinter dem sich Feigheit und Schwäche versteckt. Alexander Dibelius, Manager der Investmentbank Goldman Sachs, rief seine Branche zu kollektiver Demut auf und der Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg entschuldigte sich unter erdrückender Beweislast „in Demut“. Weiterlesen