Irgendwo ist immer Krieg

Krieg ist kein Naturgesetz. Krieg ist Menschenwerk. Krieg entsteht mit der Behauptung, so viel von (unserer) Natur zu verstehen, dass es (ihr) nicht schadet, wenn wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen. Leider ist ‚so viel‘ viel zu wenig, als dass wir mit im Laufe der Zeit gewonnenen Einsichten und Erfahrungen das Unheil, das wir anrichten, vermeiden, geschweigedenn heilen könnten.

Kommen wir über dieses Unvermögen hinweg? Hindert uns Angst, das Leben vorschnell zu verlieren? Hindert uns die eigene Gier? Jedenfalls stecken wir in einem Dilemma. Eigentlich wollen wir einander nicht schaden. Schon gar nicht einander vernichten. Nur behaupten, Sicherheit gewinnen. Aber doch keine Kriege führen!

Doch fühlen wir uns stark und stärker als andere, ist alle Vorsicht vergessen. Dann greifen wir zu den Waffen, die wir schon lange vorbereitet haben und greifen an, möglichst bevor jemand uns angreift. Das halten wir für schlau und finden uns – ganz ehrlich! – auch gar nicht gar so schlecht beim Zerstören und Vernichten. Und werden (darin) immer besser. Bis wir gewonnen haben oder müde sind oder froh, am Ende noch am Leben zu sein.

Aber keine Bange, auch als Verlierer berappeln wir uns wieder, um das Verlorene zurück zu erobern. Das sind wir den Verlorenen doch schuldig. Mindestens. Das nimmt kein Ende. Erholungspausen sind willkommen, doch irgendwo ist immer Krieg.

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