Viel zu viele sind wir

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Vor 50 Jahren gab der Club of Rome eine Studie in Auftrag, in der zum ersten Mal ein Computer unsere möglichen Zukünfte simulierte. „The Limits to Growth“ („Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit“) sorgte weltweit für Aufsehen. Das erste Mal wurden Trends und Szenarios errechnet, die den Einfluss der Menschheit auf die Umwelt zeigte. Weiterlesen

Glück

Etwas zu wissen oder nicht, macht einen Unterschied in der eigenen Perspektive.

Es war im Hause Goethe vor annähernd 200 Jahren, exakt am 24. April 1819, als der Hausherr bei einer Samstagabendgesellschaft unter anderem Luise Adelaide Lavinia Schopenhauer, die eng mit Goethes damals 23-jähriger späteren Schwiegertochter Ottilie Wilhelmine Ernestine Henriette befreundete gleichaltrige Schwester des Philosophen, den 46-jährigen Dichter Johann Ludwig Tieck und den zwei Jahre jüngeren Clemens Coudray, seinerzeit Oberbaudirektor des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, um sich hatte. Weiterlesen

Schulen

Dass ein Staat Schulen einrichtet und zu ihrem Besuch sogar verpflichtet, ist nicht uneigennützig. Nichts mehr wünschen sich Politiker als ein folgsames Volk. Lesen, Schreiben und Rechnen sind gut brauchbare Basics, das zu erreichen. Notwendig wäre aber, mehr denn je, GemeinSinn zu entwickeln. Dieses Bildungsziel ist den gegenwärtig vorherrschenden Systemen überwiegend hinderlich. Sie könnten ja die Beherrschung verlieren. Die Folge sind systemische Katastrophen. Ungleichheit, Gewalt, Not und Elend haben weltweit Konjunktur und die zuverlässigsten Wachstumsraten. Weiterlesen

Schubladen

In der Renaissance, einer Epoche, der die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike zugeschrieben wird, soll – ganz ohne antikes Vorbild – die Schublade erfunden worden sein. Bis dahin waren Truhen die gängigen Aufbewahrungsmöbel. Der Unterschied ist offensichtlich. In Truhen Verwahrtes ist vertikal geschichtet. Schubladen sind horizontal konstruiert und damit viel müheloser zugänglich. Mit gleichzeitig abnehmenden Rauminhalten entstand eine neue Möglichkeit, das Untergebrachte gleichzeitig zu sortieren. Insofern sind Schubladen eine schlüssige Folge wachsenden individuellen und kleinteiligen Besitzes. Sie halten ihn übersichtlich und sind ein Indiz für eine Vielfalt der Dinge, die zunehmend das Leben füllt. Weiterlesen

Sommerdreieck

Die Sterne sah ich in den letzten Jahren, verursacht durch Brechungsfehler in den Augen, nur noch als Doppelpunkte und die Mondscheibe verwischt. Das hatte etwas Endgültiges, doch sorgten zwei erstaunlich gelungene Katarakt-Operationen in diesem pandemischen Frühjahr dafür, dass ich mich noch einmal in den nächtlichen Sternenhimmel verguckte, mit dem gleichen Gefühl, mit dem er mich, vierzehn war ich da, ein erstes Mal erfasste und heftig und innig berührte, so wie der erste Mädchenkuss. Weiterlesen