Viel zu viele sind wir

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Vor einem halben Jahrhundert gab der Club of Rome eine Studie in Auftrag, in der mit Hilfe von Großrechnern Szenarien für die Zukunft der Menschheit errechnet wurden. „Die Grenzen des Wachstums – Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit“ sorgte weltweit für Aufsehen. Es war das erste Mal, dass der Einfluss der Menschheit auf die Erde wissenschaftlich erklärt wurde. Weiterlesen →

Demokratie

Mehr als die Herrschaftsform sei für das gesellschaftliche Klima in einem Land die Rechtsprechung ausschlaggebend, sagte – ich war dabei – Anfang der 1990er Jahre ein Jura-Professor aus dem deutschen Westen auf einer Bildungsveranstaltung für kommunale Beschäftigte im Neubundesland Sachsen. Wie Menschen auf Regelwerke reagieren, verständnisvoll oder zähneknirschend oder aggressiv, hänge sehr wohl von den Gesetzen selbst ab aber ebenso von ihrer Anwendung, davon, wie abhängig oder unabhängig von der Stellung in der Gesellschaft ein persönliches Verhalten be- und verurteilt wird, wie gleich jemand bei Strafmaß und Strafvollzug vor dem Gesetz ist. Weiterlesen →

Sommerdreieck

Verursacht durch Brechungsfehler in meinen Augen, sah ich Sterne in letzter Zeit als Doppelpunkte und die Mondscheibe verwischt. Nun sorgen zwei erstaunlich gelungene Katarakt-Operationen dafür, dass ich mich, wie in früher Jugend, noch einmal in den nächtlichen Sternenhimmel verguckt habe. Mit dem gleichen Gefühl, wie als Vierzehnjähriger bin ich heftig und innig berührt, wie beim ersten Mädchenkuss. Weiterlesen →

anders lernen

Der englische Schriftsteller William Godwin, der als Begründer des philosophischen Anarchismus gilt, kritisiert Autorität, politische Macht und die Legitimität von Regierungen. Er war von der Notwendigkeit überzeugt, ein System, das sich in Bildungs- und Erziehungsanstalten manifestiert, einzuschränken: „Sie mögen zur Zeit ihrer Etablierung die Verwirklichung der allergrößten Wohltaten nach sich gezogen haben“, schrieb er 1793 in seinem Hauptwerk „Untersuchung über die politische Gerechtigkeit und ihren Einfluss auf die moderne Moral und die Sitten“ und weiter: „Je länger sie dauern, desto nutzloser müssen sie unvermeidlich werden. Dabei ist, sie als nutzlos zu bezeichnen, noch ein sehr schwacher Ausdruck für ihre Mängel. Sie wirken aktiv auf eine Unterdrückung der Gedankenflüge hin und fixieren den Geist in seinem Glauben an die Irrtümer vergangener Zeiten.“ Weiterlesen →