Entwicklung schreiben wir uns gern zu: Entwicklung des Einzelnen; Entwicklung der Gesellschaft; Entwicklung der Menschheit. Leicht sind wir mit Augenscheinlichem und Oberflächlichem zufrieden. Hingegen schreibt der deutsche Theaterwissenschaftler Andreas Kotte in seiner „Einführung in die Theatergeschichte“ den keineswegs harmlosen Satz: „Theater entwickelt sich nicht, es wandelt sich nur“. Wenn die Bretter, auf denen Theater sich zeigt, wirklich die Welt bedeuten, woran ich nicht zweifle, muss Kottes These Konsequenzen haben. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: BEDACHT
Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
Wenn von Staats- und Herrschaftsformen oder von Gesellschaftsordnungen wie Monarchie, Diktatur, Demokratie oder Kapitalismus die Rede ist, sollten wir daran denken, dass diese Systeme nicht irgendwann irgendwo ‚eingeführt‘ wurden oder ‚begonnen‘ haben. Es sind immer ganz reale Lebensumstände, oft begleitet von Erkenntnissen und Erfindungen, die Lebensweisen hervorbringen, die erst im Nachhinein, im Erkennen von historischen Zusammenhängen, einen Namen bekommen. Weiterlesen
Terror
Ursprünglich galt Terror als legitime Staatsaktion. „Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend“, erklärte der Revolutionär und jakobinische Politiker Maximilien de Robespierre im Jahre 1794 vor dem französischen Nationalkonvent. Weiterlesen
Finistère
Sechshundert Kilometer oder sechs Autostunden von Paris entfernt ist der westlichste Ort Frankreichs, die schroffe Klippe Pointe du Raz auf dem Cap Sizun, auf dem der Wind mit den Menschen spielt. Machte er Ernst, hielte sich hier niemand auf den Beinen. Diese äußerste Klippe wiederum liegt im Département Finistère, dem von den Franzosen willig in ihre Sprache übernommenen ‚finis terrae‘ der Römer, für die diese Gegend nachvollziehbar das ‚Ende der Erde‘ war. Das wussten die selbstbewussten Bretonen besser, die ihre Heimat ‚Penn ar Bed‘ nannten, was soviel wie ‚Anfang‘ oder ‚Spitze‘ oder ‚Haupt der Welt‘ bedeutet. Weiterlesen
eine besondere Begegnung 2
Fünf Wochen nach Jean Ziegler in Leipzig erlebte ich in Berlin Sebastião Salgado. Aufmerkam wurde ich auf ihn im vergangenen Herbst, sah zweimal den Film „Das Salz der Erde“, in dem Wim Wenders mit Hilfe von Salgados Sohn Juliano Leben und Werk des brasilianischen Fotografen dokumentiert. Weiterlesen