laufen

Seit ich mich für ein auskömmliches Einkommen nicht mehr verdingen muss und mir die Tage einteilen kann, laufe ich, obwohl ich ein fauler Mensch bin. Bewegungsfaul war ich jedoch noch nie, und da ist auch noch die Angst vor einem Infarkt als Folge hohen Blutdrucks.  Im Sommer vergangenen Jahres bescheinigte mir ein Kardiologe anhand eines Belastungs-EKGs eine miserable Kondition und verschrieb Blutdrucktabletten als Sofortmaßnahme. Weiterlesen →

im Grenzgebiet

Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine erinnern mich an meinen Eisenacher Chefdramaturgen Kaspar Königshof und an den Dozenten Gerhard Rothbauer am Leipziger Literaturinstitut. Königshof, Ziehsohn des legendären Berliner Theaterkritikers Herbert Ihering, wurde nicht müde, mir einzureden, dass Inszenierungen erst etwas taugen, wenn die historische Umgebung des Stückeschreibers nicht vernachlässigt wird. Seit Rothbauer weiß ich, dass es leicht ist, Denkmäler vom Sockel zu stürzen, es aber darauf ankommt, aus den Trümmern etwas Brauchbares zu machen. Weiterlesen →

„Arbeit und Struktur“

Das Internet-Tagebuch „Der verbotene Blog“ des chinesischen Künstlers Ai Weiwei aus dem Jahr 2011 kenne ich schon und lese nun das im vergangenen Herbst gedruckt erschienene digitale Tagebuch „Arbeit und Struktur“ des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf. Es dokumentiert seine letzte Lebensphase mit einem Glioblastom, einem tödlichen Hirntumor. Weiterlesen →

Ubuntu

Aus den Sprachen der einst in Zentralafrika beheimateten Zulu und Xhosa, der Wiege der modernen Menschheit, kommt das Wort ‚Ubuntu‘. Es bedeutet soviel wie ‚unsichtbarer Zusammenhalt‘. Demnach ist jeder Mensch Teil eines Ganzen, das jeder Ausgeschlossene beschädigt. ‚Ubuntu‘ ist der Begriff für eine Gemeinschaft, in der  jede und jeder jede und jeden respektiert und ein Handeln erst als wertvoll gilt, wenn es aus diesem Kerngedanken hervorgeht. Weiterlesen →

schöne Bescherung

Was wollen wir heute noch wissen vom „Hans im Glück“? Dem freiwilligen Looser einer Zeit, in der die Uhren und mit ihnen die Menschen so zu ticken begannen wie wir. Lieber eschern wir uns ab, um alle Jahre wieder für ein paar Stunden den Anschein von Freude und Glück zu verbreiten. Oder es wenigstens so aussehen zu lassen. Häufig misslingt uns auch das. Was soll uns da der Einfaltspinsel sagen, der nach sieben Jahren in der Ferne, mit einem märchenhaften Klumpen Gold belohnt, nichts Eiligeres weiß, als sich seiner zu entledigen wie lästiger Last und Gott zuletzt zu danken, „mit Tränen in den Augen“ und frohgemut daheim bei Muttern anzukommen. Weiterlesen →