Buchenwald

Im Alter von 16 Jahren fuhr ich mit der Schulklasse zum ehemalige Nazi-KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Die Erinnerung daran ist fast verblasst. Nach dem heutigen Gang durch die grausige Stätte wünsche ich mir eine Vorschrift, nach der alle Deutschen sie einmal aller zehn Jahre besichtigen müssen. Ausnahmslos. Wenn nötig hindurchgetragen, -getrieben, -gekarrt. Warum? Weiterlesen →

im Grenzgebiet

Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine erinnern mich an meinen Eisenacher Chefdramaturgen Kaspar Königshof und an den Dozenten Gerhard Rothbauer am Leipziger Literaturinstitut. Königshof, Ziehsohn des legendären Berliner Theaterkritikers Herbert Ihering, wurde nicht müde, mir einzureden, dass Inszenierungen erst etwas taugen, wenn die historische Umgebung des Stückeschreibers nicht vernachlässigt wird. Seit Rothbauer weiß ich, dass es leicht ist, Denkmäler vom Sockel zu stürzen, es aber darauf ankommt, aus den Trümmern etwas Brauchbares zu machen. Weiterlesen →

„Arbeit und Struktur“

Das Internet-Tagebuch „Der verbotene Blog“ des chinesischen Künstlers Ai Weiwei aus dem Jahr 2011 kenne ich schon und lese nun das im vergangenen Herbst gedruckt erschienene digitale Tagebuch „Arbeit und Struktur“ des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf. Es dokumentiert seine letzte Lebensphase mit einem Glioblastom, einem tödlichen Hirntumor. Weiterlesen →

„Es war einmal ein Wald“

„Il était une forêt“ heißt ein französischer Dokumentarfilm nach einer Idee des Botanikers und Regenwaldforschers Francis Hallé. Verfilmt von Luc Jacquet, läuft er als „Das Geheimnis der Bäume“ zurzeit in den Programmkinos. Die Übersetzung des originalen Titels „Es war einmal ein Wald“ halte ich für treffender. Bäume sind noch kein Wald, noch nicht dieses in Jahrmillionen entstandene System, das sich die Zeit sichert, wie Mensch und Tiere den Raum. Weiterlesen →

Ubuntu

Aus den Sprachen der einst in Zentralafrika beheimateten Zulu und Xhosa, der Wiege der modernen Menschheit, kommt das Wort ‚Ubuntu‘. Es bedeutet soviel wie ‚unsichtbarer Zusammenhalt‘. Demnach ist jeder Mensch Teil eines Ganzen, das jeder Ausgeschlossene beschädigt. ‚Ubuntu‘ ist der Begriff für eine Gemeinschaft, in der  jede und jeder jede und jeden respektiert und ein Handeln erst als wertvoll gilt, wenn es aus diesem Kerngedanken hervorgeht. Weiterlesen →