In der DDR waren Kulturhäuser selbstverständliche Mehrzweckeinrichtungen für Kinder, Jugendliche, Werktätige und Senioren. Mehr als 1000 dieser Freizeitorte gab es in den 1980er Jahren. Getragen von Kommunen, Gewerkschaften oder Großbetrieben, verfügten sie in der Regel über einen Saal mit Bühne, eine Bibliothek, Räume für Zirkel und Arbeitsgemeinschaften und eine stilvolle Gastronomie. Für ein paar Pfennige oder wenige Mark konnten Konzerte oder Vorträge gehört, Theaterinszenierungen erlebt, Filme gesehen und Feste gefeiert werden. Weiterlesen
Fußabdruck und Artenschwund
Seit den 1970er Jahren wird diskutiert, ob die Belastung der Erde durch die Menschheit tragbar ist oder zum ökologischen Kollaps führt. Mit dem „ökologischen Fußabdruck“ fand Mathis Wackernagel vor knapp 20 Jahren einen Weg, diese Belastung für jeden Einzelnen zu berechnen und mit der Tragfähigkeit der Erde zu vergleichen. Dass wir auf viel zu großem Fuß leben, ist kein Geheimnis mehr. Weiterlesen
Elfstedentocht
Bei Griechen und Römern war Demut eine geringgeachtete Haltung der Unterwürfigkeit. Im christlichen Verständnis wurde sie eingedenk der Unvollkommenheit des Menschen im Gegensatz zu seinem vollkommenen Schöpfer zur Tugend. Immanuel Kant definierte sie als „Indikator für die eigentliche Würde des Menschen als eines freiheitlichen Vernunftwesens“. Für Friedrich Nietzsche war sie ein gefährliches Ideal, hinter dem sich Feigheit und Schwäche versteckt. Alexander Dibelius, Manager der Investmentbank Goldman Sachs, rief seine Branche zu kollektiver Demut auf und der Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg entschuldigte sich unter erdrückender Beweislast „in Demut“. Weiterlesen
„Conceptual Monument“
Auch in Staaten, die sich als Demokratien bezeichnen, sind Nationaldenkmäler seltsame Erscheinungen. Der US-amerikanische Sprachwissenschaftler, politische Publizist und Aktivist Noam Chomsky nennt zwei Ansätze für Demokratie. Einer „geht davon aus, dass in einer demokratischen Gesellschaft die Bevölkerung die Möglichkeit hat, sich auf sinnvolle Weise an der Regelung ihrer Angelegenheiten zu beteiligen“. Der andere „besagt, dass die Bevölkerung von der Regelung ihrer Angelegenheiten ausgeschlossen und der Zugang zu den Informationsmitteln streng begrenzt und kontrolliert werden muss.“ Letzteres ist der Ansatz für die parlamentarische Demokratie. Weiterlesen
„Wege der Hoffnung“
In seinen Schriften „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“ aus dem Jahr 2010 appelliert der französische Buchenwald-Überlebende und spätere Lyriker, Essayist, Diplomat und politische Aktivist Stéphane Hessel (1917-2013), in einer betrüblichen Gegenwart die Zukunft nicht aufzugeben. Er sorgt sich um die Menschheit, aber vor allem hat er Sorge, sich und einen Gutteil seiner Zeit vertan zu haben. Nun sollen die Jungen seine Werte und seine Zuversicht aufrecht erhalten. Ist das nicht eine Anmaßung? Weiterlesen