auf der Flucht

PETER MADEI: Schön, dass wir wieder miteinander sprechen.

GERTIE TESCH: Leider über wenig Erfreuliches. In Ihrem Essay „Der Club of Rome und meine Liebe zur sphärischen Geometrie“ lese ich: „Das Meer wird sich nicht teilen müssen, damit die erbärmlichen Schaluppen entbehrlich werden und Millionen ins kontinentale Europa strömen, um dort den Staatsgewalten die scheinheiligen Demokratiegewänder von den Wohlstandsleibern zu reißen und alle, die über ihre Verhältnisse leben, in die globale Realität zu befördern.“ Weiterlesen

Finistère

Sechshundert Kilometer oder sechs Autostunden von Paris liegt der westlichste Ort Frankreichs, die schroffe Klippe Pointe du Raz auf dem Cap Sizun, auf dem der Wind mit den Menschen spielt. Machte er Ernst, hielte sich hier niemand auf den Beinen. Diese äußerste Klippe liegt im Département Finistère, das vormalige ‚finis terrae‘ der Römer, für die dieser Ort das ‚Ende der Erde‘ war. Die Bretonen wussten mehr und nannten ihre Heimat ‚Penn ar Bed‘, das ‚Haupt der Welt‘. Weiterlesen

laufen

Seit ich mich für ein auskömmliches Einkommen nicht mehr verdingen muss und mir die Tage einteilen kann, laufe ich, obwohl ich ein fauler Mensch bin. Bewegungsfaul war ich jedoch noch nie, und da ist auch noch die Angst vor einem Infarkt als Folge hohen Blutdrucks.  Im Sommer vergangenen Jahres bescheinigte mir ein Kardiologe anhand eines Belastungs-EKGs eine miserable Kondition und verschrieb Blutdrucktabletten als Sofortmaßnahme. Weiterlesen

mit und ohne Günter Grass

Auf dem Weg zum Friseur erfahre ich aus dem Autoradio, dass heute Günter Grass in einer Lübecker Klinik an Lungenentzündung gestorben ist. Das ist natürlich eine Meldung wert. In Zeiten, in denen Kultur zu einer unüberschaubaren Kette von Events verkommt, gibt es auch eine Sendung, in der zu Person und Werk des frisch Verstorbenen gesprochen wird. Weiterlesen