Jetzt häufiger denke ich, wie wünschenswert heute, wo hierzulande wieder alle Register gezogen werden, um Wirklichkeit zu vertuschen und Meinungen zu manipulieren, ein Werk wie „LTI“ von Victor Klemperer wäre, jenes grandiose Notizbuch des deutschen Literaturwissenschaftlers über die Sprache des Dritten Reiches. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: BEMERKT
„Positively 4th Street“
„Positively 4th Street“ ist ein Rocksong von Bob Dylan aus dem Jahr 1965. Nach „Like a Rolling Stone“ war er seine – im Radio nie gehörte – zweite Hit-Single. Ähnlich im Aufbau – ein kurzes fortwährend wiederholtes Thema, das nicht hinplätschert – dringt er tief und tiefer ein, bis zur Beängstigung. Weiterlesen
klarer sehen
Schon als Kind hat es mir gefallen, in verschiedenen Situationen neben mich zu treten und zuzusehen, was da geschieht. Manchmal habe ich mich geschämt, seltener war ich zufrieden mit mir. Nach und nach kam ich darauf, dass ich das Geschehen und mich besser einschätzen kann kann, wenn ich es zwischendurch nicht nur von mir aus betrachte. Weiterlesen
Wie viele woll’n wir sein?
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Mit dem Willen ist es so eine Sache. Oft reicht er nur für Augenblicke und wird unsicherer, je weiter er reicht. Gleichzeitig hängt er von der eigenen Perspektive ab. Wer bin ich? Wo stehe ich? Halte ich mich für die Krone der Schöpfung oder für ein geplagtes Getier? Für den Willen, wurde lange angenommen, sei das Großhirn zuständig und dass in ihm sein Zuhause sei. Dass es so nicht ist, erleichtert mich und verstört. Weiterlesen
„Mademoiselle Chambon“
Was ist, wenn etwas Unwahrscheinliches erscheint? Der französische Liebesfilm „Mademoiselle Chambon“ von Stéphane Brizé aus dem Jahr 2009 erzählt Moment für Moment, wie die Welt dabei nicht aus den Fugen gerät und die leisesten Katastrophen am heftigsten schmerzen. Weiterlesen