Greta Thunberg in New York

„Das ist alles falsch. Ich sollte nicht hier sein. Ich sollte auf der anderen Seite des Ozeans wieder in der Schule sein.“

So beginnt Greta Thunberg ihre Rede vor der versammelten Verantwortung für den Planeten beim UN-Klimagipfel in New York. Die drei Sätze sind der Auftakt einer meisterlichen Rede, mit der die junge Schwedin eigene Empörung und Verletzung teilen will. Weiterlesen

Greta Thunberg 2

Aus der Anonymität der Social Media heraus wird Greta Thunberg als anmaßend oder instrumentalisiert angesehen und angegriffen. Die Echtheit ihrer Reden wird bestritten. Ist eine Sechzehnjährige überhaupt zu solchen Texten in der Lage? Hat sie Geld dafür bekommen, ihn vorzutragen? Soll sie es bekommen, wenn sie weitermacht? Wer steht, wer verbirgt sich hinter ihr? Wer schiebt sie vor? Weiterlesen

Greta Thunberg 1

Die Rede der jungen Schwedin Greta Thunberg auf dem Weltwirtschaftsforum vom 22. bis 25. Januar in Davos ist – gleich aus welcher Perspektive – die mir wichtigste in den letzten Jahren. Mutig und klug sprach die Sechzehnjährige gegen die Wahrscheinlichkeit, dass die heutige die letzte Zeit für uns ist. Sie sprach gegen SelbstSucht, SchönFärberei und vorsätzliche Täuschung. Sie sprach für die Sprachlosen und Schamhaften, für die Angetriebenen und Verjagten, für die Schweigende Mehrheit in Furcht einflößendem Geschrei: Weiterlesen

Ich bin ein Hambacher

„Ich bin ein Berliner“, rief der US-Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 während seines Besuchs im Westen der damals geteilten Stadt in einer Rede vor dem Schöneberger Rathaus seinen Zuhörern zu, um sich mit ihnen zu solidarisieren.

„Ich bin ein Hambacher“, sollte heute – gefragt und ungefragt, bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit – über die Lippen bringen, dem nicht an einem gewissen Körperteil vorbeigeht, was sich vor seiner Haustür und in der Welt tut. Es wäre eine überragende Haltung im grassierenden Rückfall auf ‚alle Viere‘. Weiterlesen

totes Kapital

„Im Spiel muss der Rhythmus wechseln“, brachte mir in den 1980er Jahren der Intendant Günther Müller bei, mein Chef am Eisenacher Landestheater. Er sagte es als Regisseur, der er zum Glück selten war, denn als geschickter Stratege und akzeptabler Schauspieler war er klug genug, selbst zu erkennen, dass Bühnenregie sein Ding nicht war. Weiterlesen