Nachgiebigkeit und jemandem etwas zuliebe tun, gilt häufig schon als persönliche Schwäche. Bei Geschenken wird vom Schenkenden oft eine zeitnahe Gegenleistung erwartet und dem Beschenkten gern als verpflichtend suggeriert. Wie kann die Gesellschaft da in einer guten Verfassung sein, und wer und warum soll beabsichtigen, diese Soft Skills zu verändern? Weiterlesen
Archiv des Autors: Peter
Umsicht
Oberflächlichkeit ist eine meiner Baustellen, und ich will mich bemühen, nicht mehr so schnell mit einfachen Denkschleifen zufrieden zu sein. Kurzschlüssige Kausalketten sind kein Weg, die komplexen Strukturen und Muster zu verstehen, die die Welt bilden und verändern.
Ein Mittel für mehr Umsicht ist der Wechsel der eigenen Perspektive. Erst wenn ich meinen Standpunkt vorübergehend verlassen und Vorgänge aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann, kann ich Zusammenhänge verstehen. Ein weiteres Mittel ist der Blick rundum, der panoramatische Blick. Er ist Vergewisserung und sollte zugleich Verantwortung generieren. So weitet und fokussiert sich mein Denken und macht ein Entscheiden und Handeln möglich, das über mich und den Augenblick hinausreicht. Dann muss ich nicht mehr so oft in Sackgassen rennen oder mich planlos verlaufen.
Ärger und Begeisterung begleiten mein Bemühen. Erst mit ihnen verspüre ich die Lust am Leben.
die Welt von Heute
„Die Hälfte der jetzigen Treibhausgase in der Atmosphäre wurde in den letzten dreißig Jahren emittiert“. So steht es im Sachbuch „Der Fluch der Muskatnuss“ von Amitav Ghosh, ein indischer Autor, der den Untertitel „Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr“ hinzufügt und sagt: „Die wahnsinnige Beschleunigung, herbeigeführt durch die weltweite Übernahme kolonialer Methoden der Ausbeutung und Konsumption, hat die Menschheit an den Rand des Abgrunds gebracht.“ Weiterlesen
„documenta fifteen“ 5
UPDATE 2023
Länger als ein Jahr liegt die documenta fifteen zurück. In erschütternden Zeiten bekam ich mit dem Zauberwort ‚lumbung‘ wieder Lust auf Zukunft. In einem Resümee zitierte ich aus dem Handbuch zur Kunstschau: „Idealerweise kann lumbung ein Modell sein, das viele Menschen besitzen, anpassen, entwickeln und benutzen können“. Das indonesische Kollektiv ruangrupa hatte ‚lumbung‘ für die Kunstschau zum Inbegriff der Erfahrung erklärt, dass niemand nirgends allein für sich leben kann. Weiterlesen
die Wunderlichen
Gestern hast du mich zum gemeinsamen wundern eingeladen. Auf dem Weg ins Leipziger Lukas-Café am Augustusplatz, wo wir, so lange wir wollen, in einem Atrium sitzen und bei einem Kaffee ungestört plaudern werden, denke ich, es wird um Erstaunen gehen. Oder um Wunder tun, wie wir es von Zauberern, Heilern und Heiligen erwarten? Weiterlesen