Jean Ziegler in Leipzig

Vor fünf Jahren las ich „Der Hass auf den Westen“ und versuchte, mir ein Bild von seinem Autor zu machen. Lange nicht mehr fand ich Worte so aufhellend, wie die über die geschichtsmächtige Kraft von seit Jahrhunderten kolonialisierten Völkern und so ermutigend, wenn er seine Hoffnung ausdrückt, sie mögen erwachen und die globale Weltordnung für eine lebenswerte Zukunft der Menschheit verändern. Es ist eine andere Sprache als die der Selbstgerechtigkeit, mit denen westliche Politiker vor allem ihre Macht und die eigenen Interessen propagieren und verteidigen. Weiterlesen

Glätte statt Visionen?

Ob Verpackung oder Kunstwerk, Display oder Haut, glatte Oberflächen sind für den südkoreanisch-deutschen Philosophen Byung-Chul Han, der zur Zeit in Berlin lebt und denkt, Indiz für ein „Zeitalter des ‚Like‘“, so wie der ‚Gefällt mir-Button‘ auf Facebook, der Kommunikation vorgaukelt und in eine „Kultur der Gefälligkeit“ driftet. Glätte statt Verletzungsgefahr, statt einer Zuwendung, die riskant sein könnte, die unter die Haut geht, eindringt, durchdringt, Liebe hervorruft und Zorn. Weiterlesen

Nash’s Gleichgewicht

Das Nash-Gleichgewicht beschreibt in nicht-kooperativen Spielen eine Kombination von Strategien. Jeder Spieler wählt genau eine Strategie, mit der es für keinen der anderen Spieler sinnvoll ist, von seiner gewählten Strategie abzuweichen. Also ist jeder Spieler auch im Nachhinein mit seiner Strategiewahl einverstanden und würde sie wieder genauso treffen. Demzufolge sind die Strategien aller Spieler mit Blick auf die anderen die besten Antworten und insofern verlässlich. Das Spiel, was sich daraus ergibt, hat gute Chancen anzudauern. Weiterlesen