Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ich denke, ich bin lange genug hier, um es kurz zu machen. Ich freue mich, dass Sie meine Einladung angenommen haben. Der Anlass, mein Arbeitsende, ist für mich der Übergang von unfreiwilliger in freiwillige Betätigung. Also erfreulich!
Jean-Paul Sartre, mit dessen autobiografischer Schrift „Die Wörter“ ich Anfang der 1970er Jahre erwachsen wurde, schrieb: „Die Kultur vermag nichts und niemanden zu erretten, sie rechtfertigt auch nicht. Aber sie ist ein Erzeugnis des Menschen, worin er sich projiziert und wiedererkennt; allein dieser kritische Spiegel gibt ihm sein eigenes Bild.“
Gleichzeitig denke ich an eine gewisse Königin in einem gewissen Märchen und frage mich, ob ein solcher Spiegel statt in einer exklusiven Kemenate nicht besser in manch öffentlichen Einrichtungen angebracht wäre.
Als ich vor 14 Jahren mit einer von der Obrigkeit inszenierten Eingemeindungswelle aus Mölkau in das Leipziger Kulturamt gespült wurde, war mir schon klar, was mich in einer großen Verwaltung erwartet. Dass ich mich dennoch darauf eingelassen habe, war meine Entscheidung. Dass ich es so lange hier aushielt, hat viel mit ihnen zu tun.
Ich danke ihnen sehr für ihre Kollegialität in diesen Jahren und für viele Gespräche, die über Dienstliches hinausgegangen sind. Ich wünsche ihnen für ihre Zukunft persönlich alles Gute und beruflich – hier oder anderswo – sinnvolle Arbeitsaufgaben. Darauf möchte ich gern mit Ihnen anstoßen. Auf ihr Wohl!