Buchenwald

Im Alter von 16 Jahren fuhr ich mit der Schulklasse zum ehemalige Nazi-KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Die Erinnerung daran ist fast verblasst. Nach dem heutigen Gang durch die grausige Stätte wünsche ich mir eine Vorschrift, nach der alle Deutschen sie einmal aller zehn Jahre besichtigen müssen. Ausnahmslos. Wenn nötig hindurchgetragen, -getrieben, -gekarrt. Warum? Weiterlesen

„Arbeit und Struktur“

Das Internet-Tagebuch „Der verbotene Blog“ des chinesischen Künstlers Ai Weiwei aus dem Jahr 2011 kenne ich schon und lese nun das im vergangenen Herbst gedruckt erschienene digitale Tagebuch „Arbeit und Struktur“ des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf. Es dokumentiert seine letzte Lebensphase mit einem Glioblastom, einem tödlichen Hirntumor. Weiterlesen

„Es war einmal ein Wald“

Il était une forêt“ heißt ein französischer Dokumentarfilm nach einer Idee des Botanikers und Regenwaldforschers Francis Hallé. Verfilmt von Luc Jacquet, läuft er als „Das Geheimnis der Bäume“ zurzeit in den Programmkinos. Die Übersetzung des originalen Titels „Es war einmal ein Wald“ halte ich für treffender. Bäume sind noch kein Wald, noch nicht dieses in Jahrmillionen entstandene System, das sich die Zeit sichert, wie Mensch und Tiere den Raum. Weiterlesen

„Alphabet“

Die unbequeme Dokumentation „Alphabet“ des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer (geb. 1961) versuchen zum Beispiel die „Süddeutschen Neuesten Nachrichten“ und der Berliner „Tagesspiegel“ sofort herunterzuschreiben. Zukunft ist bei ihnen nur eine Frage der Zeit, während längst schon ihre Erreichbarkeit für uns in Frage steht. Weiterlesen

Maxie Wander, gegenwärtig

Geboren als Elfriede Brunner am 3. Januar 1933 in einem Wiener Arbeiterviertel, wäre Maxie Wander heute 80 Jahre alt. Noch vor dem Abitur, mit Siebzehn, verließ sie die Schule und probierte sich als Sekretärin, Fotografin, Journalistin, Drehbuchautorin aus. 1956 heiratete sie den 16 Jahre älteren Fred Wander, Sohn galizischer Zuwanderer, der 1955 den ersten Studiengang am Leipziger Literaturinstitut Johannes R. Becher belegte. Weiterlesen