im „Museum 1806“

In Jena-Cospeda steht am Ort des historischen Schlachtfestes, bei dem am 14. Oktober 1806 über 200 000 Soldaten Frankreichs und Preußens mit ihren Verbündeten aufeinandergehetzt wurden, das „Museum 1806“. Karten, Bilder und Berichte von Zeitzeugen belegen das verheerende Gemetzel. Eifrige Historiker haben seine Vorgeschichte, seinen Verlauf und die Menschen, um die herum es geschah und die nach dem Abzug der Übriggebliebenen mit dem von ihnen Hinterlassenen fertig werden mussten, analysiert. Groteske Züge nimmt das an, wenn etwa die Schwierigkeiten ausgearbeitet sind, den im Dickicht der Wälder lagernden Feind zu finden. Wir wissen ja, dass es gelang und das Fest stattfinden konnte. Weiterlesen

„Hört endlich zu!“ …

… heißt eine kürzlich im Verlag Ullstein erschienene Streitschrift. Autor ist der 1960 in Meißen geborene Theologe Frank Richter. Am 8. Oktober 1989 war er Gründer der „Gruppe der 20“ in Dresden, von 2009 bis 2017 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Im Moment kandidiert er für den Posten des Oberbürgermeisters in seiner Heimatstadt Meißen. Als er seinen Text auf Gut Gödelitz einer interessierten Hörerschaft vorträgt, bin ich vor Ort. Weiterlesen

Entwicklung

Gar zu gern sind wir auf unsere Entwicklung stolz. Entwicklung des Ich, der Gemeinschaft, der Menschheit. In seiner „Einführung in die Theatergeschichte“ schreibt der Theaterwissenschaftler Andreas Kotte hingegen: „Theater entwickelt sich nicht, es wandelt sich nur“. Sollten die Bretter, auf denen Theater sich zeigt, tatsächlich die Welt bedeuten, hat dieser Satz es in sich. Weiterlesen

„In den Gängen“

„In den Gängen“ ist der erste Kinofilm des Leipziger Regisseurs Thomas Stuber nach einer Geschichte von Clemens Meyer. Medial umgeben von der dreiteiligen Dokumentation „Ungleichland“ (über den deutschen Multimillionär Christoph Gröner) und weiteren Radio- und Fernsehbeiträgen über die Ausweitung der Ungleichheit im neoliberalisierten Deutschland, entfaltet das Kammerspiel mit eindringlicher Virtuosität Existenzen, die nichts weniger als Mitleid nötig haben und Aufmerksamkeit nicht erwarten, schon gar nicht Zuwendung. Weiterlesen

Z

Ein schwarzer Blitz, den ich an einem vertrauten Hals sah, erinnerte mich an Gilles Deleuze und sein „Abécédaire“. In dem als Video veröffentlichten Gespräch, das seine lebenslange Freundin und ehemalige Studentin Claire Parnet mit ihm führte, verknüpft der Philosoph fortwährend Begriffe entlang des Alphabets mit Biographischem, um beim Buchstaben Z zu enden: Weiterlesen