besser denken oder besser nicht?

Das Leben ist heikel. Umso mehr, je mehr ich erlebe? Umso mehr, je mehr ich es bedenke? Da ich an eine Schöpfungsgeschichte nicht glaube, halte ich Natur für etwas ohne Anfang und Ende. Das muss mich, befristet wie ich bin, auf Dauer überfordern, aber denken kann ich das und komme zu der These:

Die Fähigkeit, denken zu können, muss mich schlussendlich enttäuschen, weil es mir nicht gelingen kann, die Welt in ihrer Komplexität wahrzunehmen. Weiterlesen

sozialer Befund

Nachgiebigkeit und jemandem etwas zuliebe tun, gilt häufig schon als persönliche Schwäche. Bei Geschenken wird vom Schenkenden oft eine zeitnahe Gegenleistung erwartet und dem Beschenkten gern als verpflichtend suggeriert. Wie kann die Gesellschaft da in einer guten Verfassung sein, und wer und warum soll beabsichtigen, diese Soft Skills zu verändern? Weiterlesen

die Welt von Heute

„Die Hälfte der jetzigen Treibhausgase in der Atmosphäre wurde in den letzten dreißig Jahren emittiert“. So steht es im Sachbuch „Der Fluch der Muskatnuss“ von Amitav Ghosh, ein indischer Autor, der den Untertitel „Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr“ hinzufügt und sagt: „Die wahnsinnige Beschleunigung, herbeigeführt durch die weltweite Übernahme kolonialer Methoden der Ausbeutung und Konsumption, hat die Menschheit an den Rand des Abgrunds gebracht.“ Weiterlesen

„documenta fifteen“  5

UPDATE 2023

Länger als ein Jahr liegt die documenta fifteen zurück. In erschütternden Zeiten bekam ich mit dem Zauberwort ‚lumbung‘ wieder Lust auf Zukunft. In einem Resümee zitierte ich aus dem Handbuch zur Kunstschau: „Idealerweise kann lumbung ein Modell sein, das viele Menschen besitzen, anpassen, entwickeln und benutzen können“. Das indonesische Kollektiv ruangrupa hatte ‚lumbung‘ für die Kunstschau zum Inbegriff der Erfahrung erklärt, dass niemand nirgends allein für sich leben kann. Weiterlesen

festkleben

Festkleben, um sie zur Besinnung zu bringen und selbst wieder den Boden der Tatsachen unter sich zu spüren. Ja, das wird Konsequenzen haben. Wie wir doch festkleben am Bequemen und Unbequemen. Dahinein haben wir uns tausende Jahre lang manövriert, Fähigkeiten erweitert, Möglichkeiten entdeckt. So haben wir uns auf der Erde eingerichtet und können sie sogar verändern, gewaltig, gewaltsam. Weiterlesen