Den Schriftzug ‚Jetzt vernetzte Zimmer kaufen‘ vor Augen, erwache ich früh am Morgen aus einem Traum. Sofort sind Zusammenhänge verschwunden. Vermutlich standen die vier Worte auf einem Plakat, doch ich weiß nicht mehr, ob es auf einer Demo getragen wurde oder an einer Hauswand hing oder in eine Bushaltestelle geklebt war oder zu einer Fernsehwerbung gehörte. Ich sehe nur noch schwarz auf weiß den Spruch vor mir und überlege, was er bedeuten könnte.
Zum Beispiel die Anregung, sich zu vergemeinschaften; zu Anderen dank ihrer Zimmer Vernetzten dazu zu gehören. Wohnungsloser zu Wohnenden? Aufsässiger zu Ansässigen? Einzelner zu einer Community? Vertriebener zu Beheimateten? Aufeinander verwiesen? Hingewiesen? Angewiesen?
Um das Einzelsein zu bedenken? Um es zu beenden, wenn ich es mir leisten kann? Wenn es weiterhin nichts zu verschenken gibt, ist es wieder einmal nichts für Mittellose. Bleibt es wiedermal ein Wunschtraum, den die Wirklichkeit zerlöchert. Im Bett in einer gut vernetzten Wohnung, rechtssicher eingemietet, beruhigt mich dieser Gedanke sogar. Alsao eine Anregung zum weiter träumen?
Ich erinnere die Szene eines Spielfilms, in dem ein Wolf von einer Anhöhe in eine weite nächtliche Gegend blickt und in Betrachtung des Mondes verharrt, der dicht und groß über dem Horizont schwebt und wie ich dabei von einem Gefühl für das Naturganze und meine Zugehörigkeit durchdrungen werde.
Hinzu kommt jetzt die Idee, dass Gefühle, wenn sie mit der Fähigkeit zur Kommunikation einhergehen, der Ursprung für Kreativität sein könnten.