Dass ein Staat Schulen einrichtet und zu ihrem Besuch sogar verpflichtet, ist nicht uneigennützig. Nichts mehr wünschen sich Politiker als ein folgsames Volk. Lesen, Schreiben und Rechnen sind gut brauchbare Basics, das zu erreichen. Notwendig wäre aber, mehr denn je, GemeinSinn zu entwickeln. Dieses Bildungsziel ist den gegenwärtig vorherrschenden Systemen überwiegend hinderlich. Sie könnten ja die Beherrschung verlieren. Die Folge sind systemische Katastrophen. Ungleichheit, Gewalt, Not und Elend haben weltweit Konjunktur und die zuverlässigsten Wachstumsraten. Weiterlesen
Archiv des Autors: Peter
Schubladen
In der Renaissance, einer Epoche, der die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike zugeschrieben wird, soll – ganz ohne antikes Vorbild – die Schublade erfunden worden sein. Bis dahin waren Truhen die gängigen Aufbewahrungsmöbel. Der Unterschied ist offensichtlich. In Truhen Verwahrtes ist vertikal geschichtet. Schubladen sind horizontal konstruiert und damit viel müheloser zugänglich. Mit gleichzeitig abnehmenden Rauminhalten entstand eine neue Möglichkeit, das Untergebrachte gleichzeitig zu sortieren. Insofern sind Schubladen eine schlüssige Folge wachsenden individuellen und kleinteiligen Besitzes. Sie halten ihn übersichtlich und sind ein Indiz für eine Vielfalt der Dinge, die zunehmend das Leben füllt. Weiterlesen
schamlos
Mitte des vorigen Jahrhunderts hatte in der Altstadt im nordrhein-westfälischen Rheda der Metzger Klemens Tönnies eine Fleischerei. Dort schlachtete er sieben bis zehn Schweine die Woche. Er hatte auch zwei Söhne, Bernd und Clemens. Sie wurden Metzger wie er. 1971 übernahmen sie das väterliche Gewerbe und machten daraus einen Großhandel für Fleisch und Wurst. Weiterlesen
Sommerdreieck
Die Sterne sah ich in den letzten Jahren, verursacht durch Brechungsfehler in den Augen, nur noch als Doppelpunkte und die Mondscheibe verwischt. Das hatte etwas Endgültiges, doch sorgten zwei erstaunlich gelungene Katarakt-Operationen in diesem pandemischen Frühjahr dafür, dass ich mich noch einmal in den nächtlichen Sternenhimmel verguckte, mit dem gleichen Gefühl, mit dem er mich, vierzehn war ich da, ein erstes Mal erfasste und heftig und innig berührte, so wie der erste Mädchenkuss. Weiterlesen
anders werden 5
ANDERS REISEN 2
Auf Ort und Stelle bestehen, ist für Lebewesen in einer sich wandelnden Umgebung unvorteilhaft. Zuträglicher ist Beweglichkeit. Standhaftigkeit und Sesshaftigkeit sind menschliche Erfindungen und ohne Kultivierung und Domestizierung nicht zu haben. So wurde mit der Zeit aus dem Durchziehen der Natur Landnahme, der wertvollen Ressourcen wegen abgegrenzt und verteidigt. Wenn ein Gebiet schon in anderer Obhut war, wurde es gemieden, besser aber, weil erst das die eigenen Ansprüche erfüllt, erobert.