Glätte statt Visionen?

Ob Verpackung oder Kunstwerk, Display oder Haut, glatte Oberflächen sind für den südkoreanisch-deutschen Philosophen Byung-Chul Han, der zur Zeit in Berlin lebt und denkt, Indiz für ein „Zeitalter des ‚Like‘“, so wie der ‚Gefällt mir-Button‘ auf Facebook, der Kommunikation vorgaukelt und in eine „Kultur der Gefälligkeit“ driftet. Glätte statt Verletzungsgefahr, statt einer Zuwendung, die riskant sein könnte, die unter die Haut geht, eindringt, durchdringt, Liebe hervorruft und Zorn. Weiterlesen →

Nash’s Gleichgewicht

Das Nash-Gleichgewicht beschreibt in nicht-kooperativen Spielen eine Kombination von Strategien. Jeder Spieler wählt genau eine Strategie, mit der es für keinen der anderen Spieler sinnvoll ist, von seiner gewählten Strategie abzuweichen. Also ist jeder Spieler auch im Nachhinein mit seiner Strategiewahl einverstanden und würde sie wieder genauso treffen. Demzufolge sind die Strategien aller Spieler mit Blick auf die anderen die besten Antworten und insofern verlässlich. Das Spiel, was sich daraus ergibt, hat gute Chancen anzudauern. Weiterlesen →

im Grenzgebiet

Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine erinnern mich an meinen Eisenacher Chefdramaturgen Kaspar Königshof und an den Dozenten Gerhard Rothbauer am Leipziger Literaturinstitut. Königshof, Ziehsohn des legendären Berliner Theaterkritikers Herbert Ihering, wurde nicht müde, mir einzureden, dass Inszenierungen erst etwas taugen, wenn die historische Umgebung des Stückeschreibers nicht vernachlässigt wird. Seit Rothbauer weiß ich, dass es leicht ist, Denkmäler vom Sockel zu stürzen, es aber darauf ankommt, aus den Trümmern etwas Brauchbares zu machen. Weiterlesen →