In den Auftakt eines entsetzlichen Jahrzehnts hineingeboren, im Jahr 1939 im französischen Besançon, egalisierte Jean-François „Jef“ Laguionie diese Bürde, indem er Theatermann, Animator, Filmregisseur und schließlich Produzent wurde. Inzwischen ist er 81 Jahre alt, 46, als er 1985 seinen ersten abendfüllenden Animationsfilm schuf und, gewiss nicht ungeachtet Andy Warhols „Factory“, das Animationsstudio „La Fabrique“ gründete. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: KREATIVES
72
72 ist kein schönes Alter aber eine schöne Zahl. 2 x 2 x 2 x 3 x 3; teilbar durch ihre Quersumme; Summe der vier bzw. sechs aufeinanderfolgenden Primzahlen 13, 17, 19, 23 bzw. 5, 7, 11, 13, 17, 19; beachtlich ist ihre hohe Teilerzahl 12.
In der christlich-mittelalterlichen Symbolik steht 72 für die Zahl der Weltsprachen oder die Anzahl der Völker der Welt. Der Daoismus nennt 72 glückliche Orte. Nach altjüdischer Tradition gibt es 72 Engelsnamen. 72 Ketzereien kennt der Islam. Im Koran ist von 72 Jungfrauen die Rede. Weiterlesen
Andreas Gursky im Leipziger Bildermuseum
Vielleicht war die Vorfreude zu groß. Vielleicht lag es an meiner naiven Erwartung, die angekündigte Detailschärfe auf seinen extrem großen Farbfotos auch in nächster Nähe noch zu finden. Fand ich aber nicht. Unbenommen bleibt der tiefe Eindruck, den Gurskys Bilder hinterlassen haben.
„Mademoiselle Chambon“
Was ist, wenn eine Möglichkeit erscheint, die die Wirklichkeit längst ausgeschlossen hat oder, noch verstörender, bisher gar nicht aufgetaucht ist? Dann kann sie einen leicht aus dem Gleichgewicht bringen oder bestürzen oder das Herz verwunden. Drei Herzen sind es in dem französischen Liebesfilm „Mademoiselle Chambon“ von Stéphane Brizé aus dem Jahr 2009, so behutsam, Geste für Geste, Moment für Moment erzählt, dass die Welt nicht gleich aus den Fugen gerät, mich kein Getöse verstört, aber manchmal tun die leisesten Katastrophen am heftigsten weh. Weiterlesen
Sommerdreieck
Die Sterne sah ich in den letzten Jahren, verursacht durch Brechungsfehler in den Augen, nur noch als Doppelpunkte und die Mondscheibe verwischt. Das hatte etwas Endgültiges, doch sorgten zwei erstaunlich gelungene Katarakt-Operationen in diesem pandemischen Frühjahr dafür, dass ich mich noch einmal in den nächtlichen Sternenhimmel verguckte, mit dem gleichen Gefühl, mit dem er mich, vierzehn war ich da, ein erstes Mal erfasste und heftig und innig berührte, so wie der erste Mädchenkuss. Weiterlesen
