„Wenn man auf den vorsichtigen Versuch setzt und offen ist für Irrtümer, statt sie zu ignorieren, dann liegt besonderer Wert in der Vielfalt der Ideen. Wer anerkennt, sich jederzeit irren zu können, misst den Ansichten der anderen höheren Wert bei. In der Vielfalt der Perspektiven liegt die Alternative für den Weg, auf dem man gescheitert ist.“

                                         Sagt der Schriftsteller Leander Steinkopf im Essay „Politik der Bescheidenheit“

Wir haben kaum ein Gefühl dafür, wenn etwas mehr wird: mehr und mehr und mehr, bis es zu viel ist und ein vorhandenes Gleichgewicht verloren geht. Bis es allein aus dem schieren Übermaß heraus lebensbedrohlich wird. Das bemerken wir zumeist erst kurz vor der Grenze, nach deren Überschreitung es kein Zurück gibt und die Verhältnisse sich unaufhaltsam ändern, selten zu unseren Gunsten.

LEBENSZIEL

Am Ende ist jedes Lebewesen von Anfang an ausweglos. Der Weg ist das Ziel.

Eine schlechte Nachricht für alle, die Gutes wollen (nur das Beste!): Es geht immer noch schlimmer.

Bliebe aber alles so, wie es ist, wäre das eine gute Nachricht? Es wäre gar keine Nachricht, sondern eine Illusion. Nichts kann bleiben, wie es ist. Ein ‚weiter so‘ gibt es nicht. Für nichts und für niemanden. Wie es weitergeht, liegt – bestenfalls oder schlimmstenfalls – in unseren Händen. In meinen? In meinen auch.

Natur braucht keine Götter. Die Spezies Mensch braucht sie, um die wachsende Macht des bewussten Selbst zu begrenzen, die vor allem sie selbst gefährdet.