Für eine überfütterte Gesellschaft ist freiwilliges Hungern eine Ungeheuerlichkeit. Für eigene Ziele und Interessen seine Existenz aufs Spiel setzen, ist ihr Credo, doch legt sich jemand für andere oder gar die Zukunft ins Zeug, ist ihr das höchst suspekt und ein maximaler Affront. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: ERLEBT
keine Wahlempfehlung
Enttäuschende Krummlinigkeit ist mein wichtigster Grund, in diesem Jahr weder AfD, CDU, FDP, Grüne, Linke, noch die SPD zu wählen. Vielleicht ist Geradlinigkeit in den Parteien einer repräsentativen Demokratie gar nicht möglich? Dann ist das das persönliche Dilemma, das ich nicht auflösen kann, denn mindestens so wichtig wie die Programmatik all dieser Politgruppen ist mir, dass ihre Ansichten und Versprechen auf innerer Überzeugung beruhen.
Prostata et cetera
Heute, am meteorologischen Frühlingsanfang, hat die Welt sich neu für mich eröffnet. Im Jahr 1985 fühlte ich mich schon einmal so. Damals fuhr ich auf der Autobahn von Eisenach Richtung Schlema, um die Großmutter zu besuchen. Unterhalb der Hörselberge kam ich mit Tempo 85 von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen noch elastischen Baumstamm. Mein Trabi überschlug sich und landete mit Totalschaden auf dem Dach. Weiterlesen
„Geliebte Köchin“
Schon einmal verfilmte der französische Regisseur vietnamesischer Herkunft Trần Anh Hùng die Beziehung zweier Menschen anhand einer Speise-Zubereitung. 1994 wurde „Der Duft der Grünen Papaya“ als vietnamesischer Beitrag in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ für einen Oscar nominiert und als „wunderbarer Film, intensiv und zart“ wahrgenommen. Die französische Wochenzeitung Le Nouvel Observateur feierte ihn als „ein wahres Meisterwerk“. Weiterlesen
„59. Biennale di Venezia“ 1
THE MILK OF DREAMS
100 Tage lang waren in diesem Jahr die beiden bedeutendsten Kunstschauen der Welt gleichzeitig zu sehen. Anfang Oktober 2022 ist die documenta fifteen in Kassel schon vorbei. Sie bot eine für den globalen Norden völlig neue Perspektive der Kunst in einer sich gravierend verändernden Welt. Da sind auf der 59. Biennale di Venezia die KunstWerke von 202 Künstlerinnen und 21 Künstlern unter dem Motto „The Milk of Dreams“ noch zu sehen. Auch solch eine Quote ist noch nie dagewesen. Nun mussten „die alten, weißen Männer, wie sie seit Dekaden die Biennale hegemonisieren […] mit megalomanen One-Man-Shows in diversen Palazzi um Aufmerksamkeit betteln“, wie das KUNSTFORUM-Heft zur Biennale genüsslich schreibt.
