BEZIEHUNGEN 1

„Deshalb bleiben wir bei der Poesie. Trotz unserer Zustimmung zu allen unbestreitbaren Technologien; trotz der politischen Umwälzungen, die wir bewältigen müssen, trotz des Schreckens des Hungers und der Unwissenheit, trotz der Folter und der Massaker, die es zu überwinden gilt, trotz des geballten Wissens, das es zu bändigen gilt, trotz der Last all der Maschinerien, die wir schließlich beherrschen werden und trotz der erschöpfenden Blitze beim Übergang von einer Ära in die nächste – vom Wald in die Stadt, von der Geschichte zum Computer –, gibt es am Bug immer noch etwas, das wir teilen: das Murmeln, die Wolke oder der Regen oder der friedliche Rauch. Wir kennen uns als Teil und als Menge, im Unbekannten, das nicht erschreckt. Rufen wir unseren Schrei der Poesie. Offene Boote, und wir segeln sie für alle.“

Édouard Glissant (1928-2011), auf Martinique geborener französischer Schriftsteller, in „Poétique de la Relation“ – „Die Poetik der Beziehung“ (1997)

„Rhythmus ist das, was bleibt, wenn wir am Ende von allem angelangt sind, was wir wissen.“

Bayo Akomolafe (1983), in Deutschland lebender in Westnigeria als Angehöriger des Volkes der Yorùbá geborener Schriftsteller und Philosoph

Alle Macht den Mächtigen und (wenn sie brav sind) Brot und Spiele für alle anderen, das ist das Motto der Westlichen Welt. Weiter unvermindert gilt (seit der Erfindung des Brotes): Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Oder seit der Erfindung des Liedes? So wie bei Elon Reeve und Donald John. Oder umgekehrt?

Klimaabkommen sind wie Friedensverträge: das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.