„Die Erde hat gerade den heißesten Tag, die heißeste Woche und den heißesten Monat in 120 000 Jahren erlebt. Für vier Kontinente sind extreme Hitzewarnungen ausgesprochen und Kanada steht seit Monaten in Flammen. Der Himmel über den USA färbte sich grell-orange und die Bewohnerinnen und Bewohner Pekings suchten in Luftschutzkellern Zuflucht vor der extremen Hitze. Teile Europas glichen wochenlang einem glühenden Ofen, gefolgt von heftigen Unwettern mit Starkregen, und Millionen Menschen hungern aufgrund einer extremen Dürre in Ostafrika. Und das ist erst der Anfang.“

Mike Baillie, Dendrochronologe und emeritierter Professor an der Queen’s University Belfast, Institut für Paläoökologie

Wenn alle an einem Strang ziehen, wer oder was hält dann dagegen?

ZEITENWENDE

Der Pessimist: „Es könnte nicht schlimmer kommen.“ Der Optimist: „Oh doch.“

„Die bedeutendste Herausforderung unserer Tage ist nicht der Klimawandel, der Verlust an Biodiversität oder Pandemien. Das bedeutendste Problem ist unsere kollektive Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktionen zu unterscheiden. In demokratischen Gesellschaften wurden Fehl- und Falschinformationen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, durch die Massenmedien eingedämmt. Die sozialen Medien haben dieses Modell zertrümmert. Sie haben eine ganze Industrie der Falsch- und Desinformationen entstehen lassen, was der Polarisierung von Gesellschaften und einem Vertrauensverlust Vorschub leistet und dazu beiträgt, dass wir angesichts der kollektiven Herausforderungen unfähig sind, zusammenzuarbeiten oder uns auch nur über Grundtatsachen zu verständigen.“

Jørgen Randers und weitere in „Earth for All. Der neue Bericht an den Club of Rome, 50 Jahre nach ‚Die Grenzen des Wachstums‘“