Jagdszenen im Überfluss

Kürzlich wurde mitten in Leipzig mit großem Bohei ein neuer Konsumtempel geweiht. „Höfe am Brühl“ ist der Name der rund 240 Millionen Euro teuren Shopping-Mall, die sich nun amortisieren muss. 115 000 Konsumenten ließen sich am Eröffnungstag anlocken, 500 000 in den ersten sechs Tagen. „Wir haben mit den Höfen offenbar den Geschmack der breiten Öffentlichkeit getroffen“, wird der Centermanager in der regionalen Presse zitiert. Viele der rund 120 Geschäfte seien von den Kunden regelrecht überrannt worden, heißt es. Der Umsatz wird verschwiegen. Woher soll er auch kommen, wenn die Finanzkraft der euphorisierten Menge nicht mithalten kann? Weiterlesen →

Fluchtversuch?

Ich war Zwanzig, als ich am 21. Juli 1969 in der Morgendämmerung in der Zwickauer Wohnung der Großeltern vor dem Fernseher saß und auf dem grieseligen Fernsehbildschirm den ersten Schritt eines Menschen auf dem Mond folgte. Bis heute kann ich diese Momente noch nachempfinden. Über die irdischen Grenzen hinweg verspürte ich kosmische Weite und teilte sie wenig später in einem Gedicht mit einer Dresdener Brieffreundin, die Helga hieß. Die erste Strophe hieß: „einen stern für dich / will ich finden, der / uns wahrheit offenbart / lügen lügen straft / ohne zu entzwein / und uns aufbewahrt“. Weiterlesen →