Als ‚Vorschein des Endes‘ übersetzt der Historiker Bazon Brock das griechische ‚apokalypsis‘, das sich aus ‚apo‘ (‚weg‘) und ‚kalyptein‘ (‚enthüllen‘) zusammensetzt. Für die Perser war die Apokalypse der Endkampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis. In der Zeit Alexanders des Großen kursierte der Gedanke, alles Leben auf der Erde könnte mit einem Mal vernichtet werden, zum Beispiel durch einen gigantischen Vulkanausbruch oder eine Sintflut. Im Judentum ist ‚Apokalypse‘ die Endzeiterwartung und in der christlichen Theologie das Gottesgericht mit dem Ende der Weltgeschichte. Weiterlesen
Archiv des Autors: Peter
Prostata et cetera
Heute, am meteorologischen Frühlingsanfang, hat die Welt sich neu für mich aufgetan. Im Jahr 1985 ging es mir schon einmal so. Damals fuhr ich auf der Autobahn von Eisenach Richtung Erfurt und kam unterhalb der Hörselberge bei Tempo 85 von der Fahrbahn ab. Ich prallte gegen einen noch elastischen Baumstamm und mein Trabi überschlug sich und landete dahinter mit Totalschaden dachüber auf einer Wiese. Weiterlesen
Großvaters 122. Geburtstag
Heute vor 122 Jahren wurde mein Großvater geboren. Seit meinem zweiten Lebensjahr war er anstelle abhandener Eltern für mich da. Im gemeinsamen Schlafzimmer lauschte ich häufig seinem Atem und hielt den eigenen an, wenn seiner unregelmäßig wurde. Nach einer Lungenentzündung in jungen Jahren und einem Magengeschwür hatte ihm, wusste ich, ein Arzt gesagt, er dürfe froh sein, wenn er Fünfzig würde. Sechzig war er, als ich mich in Kindernächten in den Gedanken rettete, dass zum Glück die Omi noch da war. Ohne sie weiterleben wollte ich nicht. Ohne den Großvater ginge es zur Not.
Gut erinnere ich, dass er mich mitnahm oder mit hinzu, wenn er für Zuhause werkelte oder außer Haus zu verrichten oder zu erledigen hatte. Geduldig zeigte er mir Neues und ließ mir Zeit, vieles selbst zu versuchen und auszuprobieren. Dass ich akzeptierte, wenn er es eilig hatte, war nicht Gehorsam, sondern Vertrauen. Er gab mir sehr viel Sicherheit – vielleicht zu wenig Mut, mir selbst mehr zuzutrauen. Weiterlesen
Ubuntu
Aus den Sprachen der einst in Zentralafrika beheimateten Zulu und Xhosa, die Wiege der modernen Menschheit, wohnt das Wort ‚Ubuntu‘. Es steht für eine Lebensweise, die auf Verbundenheit aus ist und die wechselseitige Abhängigkeit in einer Gemeinschaft in den Mittelpunkt des Zusammenlebens rückt. Weiterlesen
„Geliebte Köchin“
1994 verfilmte Trần Anh Hùng, französischer Regisseur vietnamesischer Herkunft, schon einmal die Beziehung zweier Menschen in Zusammenhang mit einer Speise. „Der Duft der Grünen Papaya“ wurde als vietnamesischer Beitrag in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ für einen Oscar nominiert und als „wunderbarer Film, intensiv und zart“ wahrgenommen. Die französische Wochenzeitung Le Nouvel Observateur feierte ihn als wahres Meisterwerk. Weiterlesen