anlässlich „un_endlich“

„un_endlich. Leben mit dem Tod“ heißt eine Ausstellung zum Lebensende im Berliner Humboldt Forum. So selbstverständlich Sterben zum Leben gehört, so seltsam ist mein Unbehagen, wenn ich daran denke. Weil es so natürlich ist und die Natur mir nicht geheuer? Je mehr, je mehr ich mich kultiviere?

Natürlich kann ich dadurch ihre Lebensregularien nicht umgehen. Töricht ist, zu verdrängen, dass nichts bleiben kann, wie es ist. Logisch ist, dass alles mit dem Anfang auch ein Ende hat. Sterben lässt sich nicht ‚umleben‘. Nichts ist irgendwo ewig und unendlich oder gar unsterblich.

Soeben zerplatzt auch die Urknall-Theorie, an die sich sogar die Wissenschaft Jahrzehnte lang geklammert hat. Wäre die Welt aus einem punktuellen Etwas (respektive Nichts) entstanden, wäre ja jeder von inzwischen unendlich vielen Punkten ein potentielles Universum mit unendlich viel Zeit für die Möglichkeit, einen Gedanken wie meinen zu entwickeln. Was ist er denn anderes als ein einfältiger Versuch, meinem Verschwinden die Notwendigkeit zu entziehen.

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