Gestern Abend sah ich die wunderbare Cher in der amerikanischen Filmkomödie „Mondsüchtig“ aus dem Jahr 1987 und heute Morgen aus dem Küchenfester meines ‚Oberstübchens‘ eine totale Mondfinsternis, die letzte hier für die nächsten zehn Jahre.
Die erste Mondfinsternis beobachtete ich im Juni 1964 in Dessau mit einem kleinen Fenrohr aus einem Bodenfenster des vierstöckigen Hauses, in dem ich, damals Fünfzehn, mit den Großeltern wohnte. Noch gut erinnere ich den nächtlichen Aufstieg in den Dachboden mit vielen unübersichtlichen Ecken und Winkeln, in die Mieter ausrangiertes Mobiliar abgestellt hatten. Dort hervor knisterte und knackte die Stille. Unbehaglich war mir zumute, aber in jener Nacht vergaß ich das in der Vorfreude auf die Mondverfinsterung.
Das auf ein Tischstativ montierte Fernrohr stellte ich in eines der Fenster und fotografierte da hindurch mit der Agfa Box-Kamera des Großvaters den ungefähr zehnfach vergrößerten Mond. Später klebte ich die Bilder auf ein A4-Blatt, protokollierte meine Beobachtung und schickte es an die Universitätssternwarte in Jena. Stolz war ich auf die Antwort, die ich bekam. Sie nährte damals meinen großen Wunsch, einmal Astronom zu werden.


