Wahrscheinlich empfindet jedes Lebewesen die eigene Existenz als unzulänglich. Es will immer weiter da sein und kann es doch nicht. Der Grund dafür liegt in der Natur, aus der die eigene hervorgegangen ist und sie natürlich weder verlassen noch überwinden kann. Es wäre sehr seltsam, wäre das möglich. De facto ist es das Dilemma jedes Lebewesens im biologischen und jeder Singularität im physikalischen Raum.
Im Übrigen spielt es keine Rolle, ob ein einzelnes Lebewesen das verspürt oder erkennt oder gar versteht oder nicht. Das Dasein schlechthin ist es, das ohne Unbeständigkeit natürlich nicht möglich ist. Um das ertragen zu können, ermöglicht ihm die Natur allerdings einen Spielraum und die weitere erstaunliche Eigenart, sich über die eigene Existenz hinaus unter gewissen Bedingungen fortsetzen zu können.
Das eigene Dasein entgrenzt das nicht, entspannt aber – vorübergehend – die Sorge um die eigene Frist. Ist Zukunft, wovon auszugehen ist, für alle und jedes ungewiss, ist jedes Lebewesen gut beraten, sich nicht allzu großen Illusionen hinzugeben. Lebenslust ist eine feine Sache, doch so temporär wie Leben selbst. Ist es in Gänze demnach ein Nullsummenspiel? In der der Natur gewiss, denn Gleichgewichte, ohne die Vorhandensein – und sei es noch so gering – über den Augenblick hinaus nicht möglich ist, lösen sich – und nicht zuletzt ihretwegen – stets wieder auf.
Darüber hinaus konfrontiert der Einzelfall Mensch die Natur noch einmal auf besondere Weise mit sich selbst. Das zu erleben ist ein Ereignis, das, um nicht gleich von ‚Wunder‘ zu reden, mindestens sehr an- und aufregend ist. Tief einzusehen ist es kaum und darüber die eigene Frist zu vergessen, ist im Vorschein des Endes fatal. Mein Dasein aber mehr als nur auszuhalten und sogar guten Mutes zu durchleben, liegt zu Teilen in meiner Hand. So hätte mir, hätte ich zur rechten Zeit genügend Mut gehabt, jenes Gefühl widerfahren können, das Menschen Liebe nennen. Immerhin hat es bei mir zur Zuversicht gereicht.