imaginäre Zahlen

Ist die Welt eitel? Weil sie sich ‚erleben‘ will. Das kann ein Grund für mein bewusstes Sein sein. Ohne zu wissen, was daraus wird? In der Mathematik gibt es das Phänomen der imaginären Zahlen, eingeführt, um mathematische Probleme zu lösen. Ihr Vorhandensein bleibt auf den Lösungsweg begrenzt. Mit der Lösung verschwinden sie wieder, mutmaßlich ohne Risiken und Nebenwirkungen. Die Mathematiker sprechen dann gern von Eleganz.

Ich kann es auch anders sehen. Definiere ich die Welt nicht aus meiner Wahrnehmung heraus, braucht es gar keine imaginäre Zahlen. Wenn die Welt sich selbst kreiert und fortwährend wechselwirkt, wohnt ihr das, was ich entdecken und mir als Zusammenhang erklären will, ja schon inne. Ich stelle mir Aufgaben und will Lösungen finden, die für sie einfach sind. Einfach da.

Wechsle ich die Perspektive zu mir zurück und bemühe wieder eine imaginäre Zahl, um eine Lösung für eine Aufgabe zu finden, die ich mir stelle und es gelingt mit meiner Kreativität, was gibt es für einen Grund, sie wieder aus meinem Dasein verschwinden zu lassen?  Zumal, wenn ich mit ihrer Hilfe besser schlafen kann als mit Geistern, die ich rief und nicht mehr los werde.

Jetzt stelle ich mir vor, dass ich in einer schwierigen Situation für andere Menschen so etwas bedeute wie eine imaginäre Zahl. Mit meiner Hilfe kommen sie mit etwas klar, in dem ich danach nicht mehr vorhanden bin. Ein konkretes Beispiel, an das ich jetzt denke, übertrifft sogar die Mathematik. Ich denke an eine Begegnung, die sich im Ergebnis als eine gegenseitige Hilfeleistung erwies.

Allerdings hat unsere gegenseitige Hilfe sich auch auf weitere Menschen ausgewirkt. Wie, ist so lange irrelevant, solange ich das nicht wissen will, und ich muss es nicht wissen. Ich bin ja nicht die Welt. Ich muss nur darauf achten, dass ich selbst nicht eitel werde.

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