Heute Morgen gibt der britische Premier David Cameron bekannt, dass im EU-Referendum über einen Austritt Großbritannien, über das gestern abgestimmt wurde, die Mehrheit der Briten für einen Austritt aus der EU ist. Cameron erklärt seinen Respekt für diese basisdemokratische Entscheidung und dass er, ein Befürworter des Verbleibs Großbritanniens in der EU, in der Konsequenz im Herbst von seinem Amt zurücktreten werde.
Bleiben die Briten mit dieser Entscheidung nun für sich oder bei sich? De facto sinkt mit ihrer Entscheidung die Halbwertszeit der EU, in der mehrere Zerfallsreihen parallel laufen. Auch ich bin enttäuscht, dass die Idee eines friedlich geeinten Europa, die sich seine Gründungsväter vor 50 Jahren auf die neue gemeinsame Fahne schrieben, die große Chance nach Jahrhunderten ständiger Kriege untereinander einen heftigen Rückschlag erleidet. vielen unterschiedlichen Völker und Kulturen einen Rückschlag erleidet.historische Ambition, mit einem einigen Europa eine Friedenszone mit der großen Möglichkeit zu schaffen,
Ebenso sehe ich, dass der britische Volkswille kein Eigensinn ist, denn der Widerspruch zwischen der hehren Absicht einer europäischen Gemeinschaft und dem, was ihre Regierungen davon verwirklichen, ist eklatant und wächst sogar wieder. In zu wenigem sind die einfachen Leute, um die es gehen sollte, Nutznießer der europäischen Idee. Nutznießer sind zumeist zu Wenige, die dafür umso mehr das Sagen haben. Das sollte demokratisch sein?
Kann ich enttäuscht sein, wenn die Briten gestern den Mut hatten, einen Fakt zu schaffen, der es notwendig macht, andere Wege zu suchen, wie sich mit Macht und Willkür entstandene Grenzen und Wohlstandgefälle beseitigen und Ethnien und Kulturen kontinental verbinden lassen. Wege zu finden, wie es möglichst allen möglich wird, über nationale Interessen hinaus zu leben. Die Chance ist nicht vertan und wird vielleicht wieder größer, auch wenn sich mein Optimismus in Grenzen hält.
Woher sollten den parlamentarischen Demokratien zwischen Atlantik und Baltikum, Skandinavien und Sizilien Kraft und Wille zufließen, sich strukturerell grundhaft zu verändern? Eher traue ich ihnen zu, das Votum des britischen Volkes zu unterlaufen und Zustände hinzunehmen, die viel Unheil bei sich selbst anrichten werden, das dann letztlich, wie immer, die einfachen Leute zuerst und am heftigsten trifft.
Vielleicht kommt es aber nicht so, weil ein wachsender Druck von außen notwendige Vernunft erzeugt. Zum Beispiel Kriege, Klimawandel und Ressourcenschwund, die die Flüchtlingsströme in die EU hinein verstärken und sich von den EU-Mitgliedern einzeln ganz bestimmt nicht aufhalten lassen. Keine guten Aussichten, vielleicht aber gut genug, um einzusehen, wie wichtig Zusammenhalt ist.