Krieg ist kein Naturgesetz, sondern Menschenwerk. Er entsteht aus Widersprüchen, die wir in der Euphorie über die Fähigkeit, etwas von den Vorgängen in der Natur zu verstehen und berauscht von der Möglichkeit, selbstbewusst in sie einzugreifen, geschaffen haben. Leider gelingt es uns nicht, unser unheilvolles Handeln mit den im Laufe der Zeit hinzugewonnenen Einsichten und Erfahrungen zu vermeiden oder zu korrigieren.
Geschieht das aus einem uns innewohnenden Unvermögen? Oder aus Bequemlichkeit und der Angst, sie zu verlieren, das Leben gar? So stecken wir in einem tatsächlich dramatischen Dilemma. Das wir nicht wahrhaben wollen. Wir wollen uns doch gar nicht wehtun und vernichten? Wir wollen doch gar keine Kriege führen? Und doch rufen wir, sobald wir uns stark und anderen überlegen fühlen, immer wieder, immer weiter zu den Waffen, befehlen Zerstörung und Vernichtung. Treiben Kriege an. Bis wir irgendwann müde sind oder verloren oder vermeintlich gewonnen haben oder auch bloß am Leben geblieben.
Aber keine Bange, auch die Verlierer berappeln sich nach verheerenden Waffengängen erstaunlich schnell und sinnen auf Rache und Vergeltung. Das nimmt kein Ende. Gott sei Dank? Nein, wir sind wir, wir Menschen, und ganz aus uns selbst heraus. Was niemand hören will, geschweige denn lesen. Stattdessen tun wir lieber, was wir können: weitermachen. Irgendwo ist immer Krieg.