„Juden & Muslime. So nah. Und doch so fern!“

Ein besonderer Film ist die 2010 in Frankreich entstandene vierteilige Dokumentation „Juden & Muslime. So nah. Und doch so fern!“ Die Autoren Karim Miské, Emmanuel Blanchard und Nathalie Mars haben historisches Material aus vierzehn Jahrhunderten Glaubensgeschichte gesammelt, haben Wissenschaftler für Judentum und Islam befragt und zeigen das Konfliktgeflecht, in dem seit der Entstehung des Islam im 7. Jahrhundert n. Chr. Juden und Muslime verfangen.

Einen Gott erkennen, sich die würdigsten Begriffe von ihm zu machen suchen, auf diese würdigsten Begriffe bei allen unsern Handlungen und Gedanken Rücksicht nehmen: ist der vollständigste Inbegriff aller natürlichen Religion“, ließ der aufgeklärte Dichter Gotthold Ephraim Lessing in seiner Schrift „Über die Entstehung der geoffenbarten Religion“ 1784 wissen und dass diese „natürliche Religion“ sich von der „positiven Religion“ unterscheidet, „vermöge welcher die natürliche Religion in jedem Staate nach dessen natürlicher und zufälliger Beschaffenheit modificiert wird“. Geschmeidiger kann man den Verlust moralischer und ethischer Maßstäbe zugunsten egoistischer Interessen nicht umschreiben.

Der Film stellt ausreichend Informationen zur Verfügung, wie die eskalierende Spirale aus Gewalt und Gegengewalt unterbrochen werden könnte und bestärkt die Hoffnung, dass aus dem Bemühen um eine friedliche Welt keine Selbsttäuschung werden muss.

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