Leipziger Gespräch 3

SELBST: Was wird nun aus PEGIDA, LEGIDA et cetera?

GERTIE TESCH: Offenbar nichts Neues.

Das sage ich ja von Anfang an. Diese wöchentlichen Aufmärsche bringen nichts.

Und alles wie es ist, bleibt so? Das ist doch nur ein frommer Wunsch. Lesen Sie Houellebecq. Der gibt dem abendländischen Frankreich noch sieben Jahre bis zum landesweiten Durchbruch des Islam.

Sie haben die „Unterwerfung“ gelesen.

Ich könnte sie geschrieben haben. Wussten Sie, dass es im Jahr 1914 schon einmal ein Buch mit einer ganz ähnlichen Geschichte gab? Die Satire „The Flying Inn“ des Engländers Gilbert Keith Chesterton.

Ein fliegendes Wirtshaus? Du meine Güte.

Geschildert werden Verhandlungen der beiden führenden europäischen Nationen England und Deutschland nach einem Krieg zwischen Abend- und Morgenland. Den europäischen Unterhändler Chesterton sagen: „Wenn es also stimmt, dass wir, der Westen, dem Islam das eine oder andere Licht gegeben haben, indem wir ihn den Frieden und die zivile Ordnung haben schätzen lassen, können wir dann nicht vielleicht auch sagen, dass der Islam seinerseits uns in tausend Dingen den Frieden geben und uns ermutigen wird, den Fluch zu unterdrücken, der so sehr dazu beigetragen hat, die Tugenden der westlichen Christenheit zu schädigen und zu verwirren?“

Da könnte man meinen, Houellebecq habe PEGIDA erfunden.

Jedenfalls hat er zu Papier gebracht, was Rassisten und Nationalisten im Geist verbindet.

Anfang Dezember reagierte der SPIEGEL auf PEGIDA mit dem beruhigenden Hinweis, dass derzeit nur 0,1 Prozent Muslime in Sachsen leben. Ich weiß nicht, woher die schlauen Leute immer wieder ihre Dummheit nehmen?

Das ist genetischer Opportunismus.