Alljährlich verleiht die Funke Mediengruppe mit Sitz in Essen den deutschen Film- und Fernsehpreis „Goldene Kamera“. Extra für Greta Thunberg hat der Großkonzern die Kategorie Klimaschutz eingerichtet. Wie wird sie reagieren? Wird sie den Preis ablehnen? Wird sie ihn in Frage stellen? Mit ihrer besondere Art zu denken, bringt sie etwas anderes hervor: „Ich möchte diesen Preis denjenigen widmen, die den Hambacher Wald schützen und den Klimaaktivisten, die dafür kämpfen, fossile Energieträger in der Erde zu lassen, überall.“
Gleich mit dem ersten Satz weist sie die Auszeichnung nicht etwa von sich, sondern widmet sie um, widmet sie denen, die nicht nur über Klima reden, sondern etwas tun, damit die Welt lebensfreundlich bleibt. Vielleicht kann so ein Funke überspringen, der nicht aus Asche kommt.
„Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der die vereinte Wissenschaft uns lehrt, dass wir nur noch elf Jahre entfernt sind vom Auslösen einer unumkehrbaren Kettenreaktion, die sich menschlicher Kontrolle entzieht und wohl das Ende unserer menschlichen Zivilisation bedeuten dürfte.
Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der Kinder ihre eigene Ausbildung opfern müssen, um gegen die Zerstörung ihrer Zukunft zu protestieren. In der diejenigen, die am wenigsten zu dieser Krise beigetragen haben, am meisten von ihr betroffen sein werden. In der Politiker sagen, es ist zu teuer, die Welt zu retten, während sie Milliarden von Euro dafür aufwenden, fossile Energieträger zu subventionieren.
Wir leben in einer merkwürdigen Welt, in der es niemand wagt, über unser gegenwärtiges politisches System hinauszuschauen, obwohl klar ist, dass die Antworten, nach denen wir suchen, sich nicht in der heutigen Politik finden lassen.
Eine Welt, in der ein Fußballspiel oder eine Filmgala mehr Medienaufmerksamkeit bekommt als die größte Krise, vor der die Menschheit je stand. In der prominente Film- und Popstars, die sich gegen alle möglichen Ungerechtigkeiten auflehnen, sich nicht für Umwelt- und Klimagerechtigkeit engagieren, weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, -strände und Yogaseminare zu besuchen.
Und jetzt kommt die Wahrheit. Wir schaffen das nicht ohne Sie, hier heute im Publikum. Die Menschen sehen Sie, sehen euch Prominente als Götter an. Ihr habt Einfluß auf Milliarden von Menschen. Wir brauchen euch.“
Diese Botschaft zu verbreiten ist, was sie jetzt und tun kann. Nicht um sich zu zeigen, nutzt sie das Unterhaltungsspektakel. Die unechte Kamera hält sie bloß in der Hand, aber ihre Botschaft transportiert sie von der Bühne über den Moment und in die Welt hinaus. In nächste Katastrophen, Epidemien, Flüchtlingsströme, Kriege und hoffentlich in Herzen und Gehirne, die das nicht hinnehmen werden.
„Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte. Wir sind dabei, zu versagen, aber noch haben wir nicht versagt. Es gibt noch Zeit. Es liegt ganz bei uns.“