Unter der Überschrift „Weiteres Kaufhaus für sozial Schwache“ gibt die Leipziger Volkszeitung vom 13.10.2012 die Neueröffnung eines zweiten „Sozialkaufhauses“ in Leipzig bekannt. „Im August konnten wir die Räume von einem sehr entgegenkommenden Vermieter mieten, haben dann mit viel eigener personeller und gewiss auch finanzieller Kraft das Ganze für unsere Zwecke hergerichtet“, sagt der Geschäftsführer eines Vereins „Leipziger Resozialisierungshilfe“. Auf über tausend Quadratmetern werden Spielwaren, Baby- und Kinderbekleidung, Möbel und Haushaltsartikel angeboten, „teils Auktionsware, teils Artikel zweiter Wahl“.
Unter dem Jugendamt, das sich ebenfalls im Gebäude der ehemaligen Plagwitzer Getreidemühle einquartiert hat, werden sich die minder Bemittelten, wenn sie nach Behördengängen in die oberen Etagen nur noch abwärts müssen, vielleicht nicht wie im Paradies vorkommen aber hoffentlich doch den Ort sozialer Großmut schätzen lernen, zumal es „mit Leipzig-Pass, Hartz IV- oder Rentenpapieren, Studentenausweis, Einkommensnachweis oder dergleichen, auf alle Waren einen Preisabschlag“ gibt. Hier „einkaufen kommen könne jeder“ andere natürlich auch. Na Gott sei dank!
Die Schwachstelle, denke ich, ist das mobile Sortiment, das die Kundschaft unaufhörlich nach draußen schleppt. Was wird geschehen, wenn sie eines Tages genug davon hat?