Entwicklungshilfe

Neues aus dem Schland hat die Stadt Flensburg zu vermelden. Zunächst einmal – wer hätte das gedacht! – einen Mangel an Busfahrer:innen. Den zu beheben, hat das städtische Verkehrsunternehmen seine geballte Kreativität für ein Pilotprojekt mobilisiert. In Glückburg (gleich um die Ecke) hatten sie kein Glück, auch nicht in Hamburg, München, Genua et cetera. Aber in Kenia!

Um die einheimische Bürokratie nicht zu unterfordern, dürfen die Busfahrwilligene nach ihrer Ankunft im Autoland natürlich nicht gleich losfahren aber mit Geduld und Spucke, wenn sie dann noch da sind, in drei Jahren. Bis dahin werden sie eine „duale Berufsausbildung absolvieren, die sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse vermittelt und ihre Lkw-Fahrerlaubnis neu erwerben, da Dokumente von außerhalb der EU nicht anerkannt werden“. Sogar Deutschkenntnisse, die in einer betriebseigenen Sprachschule erworben werden, gehören zum Ausbildungsprogramm. Etwa 2700 Euro brutto pro Monat werden sie nach dieser Prozedur verdienen können.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) nennt das Projekt wegweisend und einen wichtigen Schritt zur Schließung der Fachkräftelücke im ÖPNV. „Hoch die internationale Solidarität“, hätte das früher die DDR-Berichterstattung medienunwirksam gefeiert. Im Schland heißt das profan Entwicklungshilfe.

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