schöne Bescherung

Was wollen wir heute noch wissen vom „Hans im Glück“? Dem freiwilligen Looser einer Zeit, in der die Uhren und mit ihnen die Menschen so zu ticken begannen wie wir. Lieber eschern wir uns ab, um alle Jahre wieder für ein paar Stunden den Anschein von Freude und Glück zu verbreiten. Oder es wenigstens so aussehen zu lassen. Häufig misslingt uns auch das. Was soll uns da der Einfaltspinsel sagen, der nach sieben Jahren in der Ferne, mit einem märchenhaften Klumpen Gold belohnt, nichts Eiligeres weiß, als sich seiner zu entledigen wie lästiger Last und Gott zuletzt zu danken, „mit Tränen in den Augen“ und frohgemut daheim bei Muttern anzukommen.

Seit der ersten Studie des Club of Rome vor 50 Jahren, in denen sich die Menschheit von vier auf acht Milliarden verdoppelt, wissen wir, dass wir uns um die Zukunft kümmern müssen, wenn uns das Leben lieb ist. Wissen wir, dass unaufhörlicher Verbrauch von endlichen Substanzen verhängnisvoll ist. Trotzdem sind wir so wenig wie vor 50 Jahren in der Lage, die Sackgasse zu verlassen, die der Hans im Märchen so gescheit vermieden hat.

Wir stecken in ihr fest, vor allem, weil uns vor allem der Augenblick interessiert, in dem wir leben. Wir wollen uns ja gar nicht so sehr in ihm aufspielen, tun es aber, indem wir denken es ließe sich eine endlose Kette aus übervollen Gabentischen daraus fädeln, bis eines nahen Tages der erste zusammenbricht. Da irrt unser Blick durchs Flimmerzimmer und findet vielleicht, durch Verblendung hindurch, hinaus, hinauf ans Firmament. Wo noch nie ein Zeichen für ein Wunder stand.

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