Unabhängigkeit

Unabhängigkeit ist kein romantisches Gefühl. Romantik ist schön. Unabhängigkeit ist anstrengend. Und irreal. Sie sich zu wünschen, ist einfältig. Welches Lebewesen, welches Naturereignis wäre unabhängig? Wovon unabhängig, ist doch die Frage und wozu das, wenn es möglich wäre, gut sein könnte.

Wenn wir uns Unabhängigkeit vorstellen, meinen wir doch Distanz, einen sicheren Ab-stand zu anderen oder zu etwas, die oder was wir nicht unbedingt oder auf keinen Fall wollen. Weil sie oder es uns nicht in den Kram passen. Weil wir andere Vorstellungen haben und weil wir vermuten oder sicher sind, uns nicht gegen sie oder es behaupten zu können, nicht so weitermachen zu können wie bisher.

Auch weil wir ja spüren, dass es meist eigensinnige Vorstellungen sind und wir nicht umhin kommen, uns weiter in die kleinen und großen Zusammenhänge einzufügen, in die wir von Anfang an eingefügt sind und dass Klugheit, sollte sie uns streifen, wesentlich darin besteht, dieses Gefüge auszuloten und den Platz darin zu finden, der es am besten ausbalanciert. Aber wollen wir klug sein? Ist Klugheit etwa weniger anstrengend?