Zeitenwende und Diskurse

„Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents.“ Mit diesem Satz eröffnete der Bundeskanzler drei Tage nach dem Einmarsch russischen Militärs in die Ukraine, erregt und entsetzt, weil das bis dahin jenseits seiner Vorstellung lag, eine Regierungserklärung im Deutschen Bundestag. Weiterlesen

Rassismus und Klassismus

Ist es abhandenes Gewissen oder mindestens ein schlechtes, dass wir uns, vermeintlich arglos und in bester Absicht, mit traumwandlerischer Sicherheit immer wieder in Strukturen einbinden (lassen), die die Welt penetrant in oben-unten (religiös), rechts-links (politisch), gut-böse (moralisch), arm-reich (sozial) und klug-dumm (intellektuell) einteilen? Weiterlesen

putin – putin – putain – Путин

Im Rumänischen ist ‚putin‘ ein Unbestimmtes Zahlwort und heißt soviel wie ‚ein kleines bisschen‘. Vom Rumänischen ins Französische übertragen, wird aus dem ‚kleinen bisschen‘ das Kraftwort ‚verdammt‘. Beides scheint in die deutsche Redewendung ‚verdammt wenig‘ eingegangen zu sein. Quetscht sich ein ‚a‘ in dieses ‚putin‘, wird putain‘ daraus und – wieder im Französischen – das Schimpfwort ‚Dirne‘ oder ‚Hure‘. Den russischen Namen ‚Путин‘ bringt die Forschung mit ‚путат‘ in Verbindung, was ‚verwirren‘ oder ‚Fesseln anlegen‘ bedeutet. Weiterlesen

Aussicht

Es sieht so aus, als gäbe es im Naturgeschehen immer wieder ausgeglichene Zustände, die wie geschützte Inseln über Milliarden von Jahren hinweg eine Evolution mit Lebensformen wie auf der Erde hervorbringen können und dass das wahrscheinlich kein Einzelfall im Universum ist.

Zugleich mögen wir den Gedanken, dass ‘dahinter’ ein auslösender Impuls steckt, eine kreative Idee, eine eine treibende Kraft. Die halte ich für unwahrscheinlich, jedenfalls etwas, das von Anfang an auf uns hinausläuft. So simpel ist das Universum nicht. Sind wir nicht selbst das beste Beispiel für eine Komplexität, die gar nicht so simpel sein kann, dass sie sich von irgendeinem Punkt im kosmischen Geschehen aus vorstellen oder vorausdenken ließe. So simpel funktioniert gewiss nicht, was aus sich selbst heraus etwas erschaffen kann. Dementsprechend bescheiden können auch nur unsere Aussichten sein, darauf einen verlängernden Einfluss oder gar gewisse Dinge in der Hand, sobald wir auch nur ein Zipfelchen davon ergreifen können.

im Angesicht des Klimawandels

“Wir leben in einer Kultur historisch beispielloser Aneignung, in der wir ständig aufgefordert werden, irgendetwas zu erwerben – und das auch häufig können. Wir werden aufgefordert, uns darüber zu definieren, was wir haben: Eigentum, Geld, Views und Likes. Aber unser wahres Ich zeigt sich darin, was wir loslassen.“

Das konstatiert in seinem 2019 erschienenen Buch „Wir sind das Klima“ der US-amerikansiche Autor Jonathan Safran Foer. Aus einem Vortrag des deutschen Neurobiologen Gerald Hüther aus dem gleichen Jahr entnehme ich den Satz:

„Ein Wirtschaftssystem, was auf Wachstum ausgerichtet ist und was vom Konsum der Leute lebt, kann nur funktionieren, wenn die Leute immer blöder werden.“

Provokation oder Abgesang?