im Angesicht des Klimawandels

“Wir leben in einer Kultur historisch beispielloser Aneignung, in der wir ständig aufgefordert werden, irgendetwas zu erwerben – und das auch häufig können. Wir werden aufgefordert, uns darüber zu definieren, was wir haben: Eigentum, Geld, Views und Likes. Aber unser wahres Ich zeigt sich darin, was wir loslassen.“

Das konstatiert in seinem 2019 erschienenen Buch „Wir sind das Klima“ der US-amerikansiche Autor Jonathan Safran Foer. Aus einem Vortrag des deutschen Neurobiologen Gerald Hüther aus dem gleichen Jahr entnehme ich den Satz:

„Ein Wirtschaftssystem, was auf Wachstum ausgerichtet ist und was vom Konsum der Leute lebt, kann nur funktionieren, wenn die Leute immer blöder werden.“

Provokation oder Abgesang?

Risch

850 Jahre alt ist der Ort Risch im Schweizer Kanton Zug. 20 Kilometer von Luzern entfernt, hat er seit 2012 mehr als 10 000 Einwohner. ‚Städter‘ dürften sie sich deswegen nennen, möchten aber weiter lieber in einer ‚Gemeinde‘ leben und auch den Zusammenschluss mit der benachbarten Kleinstadt Rotkreuz nicht, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich erweitert hat und seit Ende des letzten ein wichtiger Pharma-Standort ist. Weiterlesen

Zusammenhänge

Langsam wächst unser Verständnis für Zusammenhänge. Sehr langsam. Langsamer, als es in unser Handeln Einzug hält? Allem Anschein nach. Mit fatalen Folgen. Oder trügt dieser Eindruck und wäre, bei unserer Vernunftbegabung, eine bloß vereinzelte Perspektive? Nun ja. Weiterlesen

Schubladen

In der Renaissance, einer Epoche, der die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike zugeschrieben wird, soll – ganz ohne antikes Vorbild – die Schublade erfunden worden sein. Bis dahin waren Truhen die gängigen Aufbewahrungsmöbel. Der Unterschied ist offensichtlich. In Truhen Verwahrtes ist vertikal geschichtet. Schubladen sind horizontal konstruiert und damit viel müheloser zugänglich. Mit gleichzeitig abnehmenden Rauminhalten entstand eine neue Möglichkeit, das Untergebrachte gleichzeitig zu sortieren. Insofern sind Schubladen eine schlüssige Folge wachsenden individuellen und kleinteiligen Besitzes. Sie halten ihn übersichtlich und sind ein Indiz für eine Vielfalt der Dinge, die zunehmend das Leben füllt. Weiterlesen

Sommerdreieck

Die Sterne sah ich in den letzten Jahren, verursacht durch Brechungsfehler in den Augen, nur noch als Doppelpunkte und die Mondscheibe verwischt. Das hatte etwas Endgültiges, doch sorgten zwei erstaunlich gelungene Katarakt-Operationen in diesem pandemischen Frühjahr dafür, dass ich mich noch einmal in den nächtlichen Sternenhimmel verguckte, mit dem gleichen Gefühl, mit dem er mich, vierzehn war ich da, ein erstes Mal erfasste und heftig und innig berührte, so wie der erste Mädchenkuss. Weiterlesen